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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 23:37 Uhr

Schwerin : Schloss bleibt bei Umbau geöffnet

vom

Für Aufregung hat die Ankündigung gesorgt, dass der geplante Umbau im Schweriner Schloss zu Einschränkungen für Besucher führt. Landtagsdirektor Armin Tebben gibt Entwarnung: Der Besuch wird zu jeder Zeit möglich sein.

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2012 | 10:17 Uhr

Altstadt | Für Aufregung in Schwerin hat die Ankündigung des Landtages gesorgt, dass der geplante Umbau des Festsaales und seine statische Ertüchtigung Einschränkungen in den öffentlich zugänglichen Bereichen des Schlosses mit sich bringen könnte. Vor allem Hoteliers und Gastronomen der Stadt haben die Ankündigung mit großer Sorge aufgenommen. Sie befürchten, dass Touristen auf einen Besuch der Landeshauptstadt verzichten könnten, wenn das Wahrzeichen Schwerins, das Märchenschloss, nicht besichtigt werden kann.

Landtagsdirektor Armin Tebben gibt Entwarnung: Der Besuch des Schlosses wird zu jeder Zeit möglich sein, versichert er. "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, dass das Schloss für Touristen und die Schweriner erlebbar sein muss. Deshalb ist es uns als Landtagsverwaltung eine Herzensangelegenheit, notwendige Einschränkungen so gering wie möglich zu halten." Dass dieser Anspruch durchaus realistisch sei, habe sich bereits bei vorangegangenen Baumaßnahmen gezeigt. "Als beispielsweise das Südportal, also der Haupteingang des Schlossmuseums und des Schlossrestaurants, umgebaut wurde, war die Zugänglichkeit auch jederzeit gewährleistet. Mit Kreativität und Hilfe des Theaters haben wir damals sogar eine optisch attraktive Lösung gefunden. Das wird uns sicher auch diesmal gelingen", sagt Tebben. Notfalls müsse die öffentliche Gastronomie in den Wintermonaten in die Orangerie beziehungsweise in die Kantine des Landtages ausweichen.

Den Zeitplan der Umbauarbeiten umreißt er so: "Wir werden in diesem Jahr zunächst damit beginnen, Wandverkleidungen, Ausbauten und nichttragende Teile in den betreffenden Räumen zu entfernen. Dafür sind keinerlei Sperrungen notwendig. Die Abbrucharbeiten selbst - in den 70er-Jahren ist sehr viel und sehr schwerer Beton im Festsaal verbaut worden - starten 2014." Dabei werde es mit großer Wahrscheinlichkeit aus statischen Gründen zeitweilige Einschränkungen in den darunter liegenden Räumen geben. "Wir suchen aber nutzerkompatible Lösungen und sind dazu bereits im Gespräch mit Schlossmuseum und -gastronomie, gehen aber davon aus, dass beide öffentlichen Einrichtungen auch geöffnet bleiben", betont der Landtagsdirektor.

Einen Einblick in den Umfang der geplanten Baumaßnahmen und die Hintergründe bietet das 14. Schweriner Schlossgespräch, das am 29. Februar um 17 Uhr im Festsaal und im Schlossrestaurant stattfindendet. Fachleute referieren zum Thema "Die Folgen des großen Schlossbrandes - Umbauten nach 1913 und Auswirkungen auf die zukünftige Nutzung" und beantworten Fragen. Eine Anmeldung ist für diese öffentliche Veranstaltung aber erforderlich. Interessierte können sich am Freitag, dem 24. Februar, zwischen 8 Uhr und 15 Uhr unter Telefon 03 85-525 21 11 für das Schlossgespräch am 29. Februar an melden.

Insgesamt werden für die Baumaßnahmen im Schlossgartenflügel 21,673 Millionen Euro in den Landeshaushalt eingestellt. Dabei ist ein Kostenrisiko in Höhe von vier Millionen Euro angesichts derzeit noch ausstehender Untersuchungen ebenfalls berücksichtigt. Ob und in welcher Höhe dieses Geld tatsächlich eingesetzt werden muss, lässt sich erst nach Einschätzung der durch den Schlossbrand 1913 hervorgerufenen - und bis heute nicht beseitigten - Schäden entscheiden. Weitere Bauvorhaben am Schloss wie die Sanierung der Westbastion und der Ausbau des Medaillonsaals werden aufgeschoben. "Bereits begonnene Baumaßnahmen am Schloss wie zum Beispiel die Restaurierung der Schlosskirche und die Arbeiten an den Innenhoffassaden, werden aber wie geplant unter Leitung und Aufsicht des landeseigenen Betriebes für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern fortgeführt", erklärt Landtagsdirektor Tebben. Angestrebt werde langfristig, den Besuchern des Schlosses mehr öffentliche Erlebnisräume anzubieten. Und dazu gehöre auch der Innenhof, der - wie früher - für Musik - und Theaterveranstaltungen genutzt werden soll. Zumindest solle er in den Parlamentsferien des Landtages und an den Wochenenden wieder zugänglich gemacht werden.

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