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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. Oktober 2017 | 16:29 Uhr

Mühlentag : Schleifmühle zeigt ihre Schätze

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zum Mühlentag am Pfingstmontag sind die Reparaturen am technischen Denkmal abgeschlossen und ein Juwelier zeigt sein Können

Rubine, Granate, Saphire – wer wissen will, wie aus einem Edelstein-Rohling ein blitzendes Juwel wird, sollte Pfingstmontag in die Schleifmühle kommen. Zum 21. Deutschen Mühlentag hat das technische Denkmal am Schleifmühlenweg nämlich nicht nur seine historische Steinschneide-Schauanlage wieder auf Vordermann gebracht, sondern auch einen Edelsteinschleifer eingeladen. Von 10 bis 17 Uhr wird Harald Albrecht aus Brüsewitz, übrigens Gründungsmitglied des Trägervereins der Schleifmühle, das Schleifen von Edelsteinen und Halbedelsteinen vorführen.

„Wir haben an diesem Tag aber noch viel mehr zu bieten“, verspricht Schleifmüller Waldemar Leide. So werde es einen Kunsthandwerkermarkt geben, unter anderem mit Schmuck, Keramik, Bildern, Textilien oder Schmiedeerzeugnissen, diverse Kinderbeschäftigungsmöglichkeiten von Malen und Basteln über Specksteinbearbeiten bis zum Experimentieren mit der Kräuterhexe. Die Vereinsmitlieder steuern selbstgebackenen Kuchen, Bratwurst vom Grill und vieles mehr zur kulinarischen Versorgung ihrer Gäste bei. Als Hauptsponsor unterstützt sie dabei die Firma Joachim aus Mühlenbeck.

Besonderer Anziehungspunkt ist wie stets die historische Steinschleif-Schauanlage. Die wurde in den vergangenen Monaten grundlegend repariert und arbeitet jetzt wieder zuverlässig, dauerhaft und präzise, betont Schleifmüller Leide. Ersetzt wurde die sechs Meter lange Hauptwelle, die das Drehmoment des großen Wasserrades auf das Getriebe überträgt, durch einen neuen Eichenstamm. Draußen wurden der Lagerbock des Rades, das Gerinne und die Schotten erneuert. Präzisionsarbeit musste Mühlenbauer Martin Zecher – mittlerweile in Schwerin wohnhaft – bei der Neujustierung des hölzernen Stockgetriebes leisten, mit dem die Kraft auf die Steinsäge übertragen wird. Bis zu drei Monate muss sie arbeiten, um mit der jahrhundertealten Technik einen großen Granitblock zu zerteilen, berichtet Schleifmüller Michael Zimmermann. Pfingstmontag werden die Vereinsmitglieder in zahllosen Führungen das technische Denkmal, seine Arbeitsweise und Erzeugnisse vorstellen. Denn in zahlreichen repräsentativen Gebäuden in ganz Mecklenburg-Vorpommern sind Steine verbaut, die in der Schweriner Werkstatt im Laufe der Jahrhunderte geschnitten und poliert wurden.

Polieren ist ohnehin der neue Trend in der Schleifmühle. „Die bei uns so bearbeiteten Feuersteine, Fossilien oder Mineralien sind beliebte und preiswerte Erinnerungsstücke“, sagt Leide.

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