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22. November 2017 | 12:31 Uhr

Schwerin : Schleifmühle wird Wasser abgedreht

vom

"Es klappert die Mühle am rauschenden Bach..." - das Lied könnte den Betreibern der Schleifmühle bald im Halse stecken bleiben. Sie befürchten, dass ihnen das Wasser abgegraben wird. Grund ist die marode Brücke.

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erstellt am 07.Mär.2012 | 08:42 Uhr

Ostorf | "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach..." - das Lied könnte den Betreibern der Schleifmühle bald im Halse stecken bleiben. Sie befürchten, dass ihnen das Wasser abgegraben wird.

Die Brücke, über die unmittelbar vor der historischen Steinschleiferei der Schleifmühlenweg verläuft, ist marode und muss dringend saniert werden. Der seit dem Bau 1861 völlig veränderte Verkehr hat seine deutlichen Spuren hinterlassen. Das hat gerade erst gestern ein Gutachter dem städtischen Amt für Verkehrsmanagement bestätigt. Das wusste aber bereits um den Zustand der Brücke. "Wir werden deshalb demnächst die Fahrbahn einengen, damit der Verkehr nur noch einspurig rollt", sagt Amtsmitarbeiter Wilfried Schult. Das entlaste die Brücke dann schon einmal. Im nächsten Jahr, so die bisherigen Vorstellungen, soll es ernst werden. Dann soll das Bauwerk saniert werden. "Eine erste grobe Kostenschätzung hat einen Bedarf von gut einer halben Million Euro ergeben", so Schult.

Es gibt allerdings einen Knackpunkt: Die Brücke überspannt den Abfluss des Faulen Sees in den Kreuzkanal. Mit dem Wasser wird das Mühlrad der Schleifmühle in Bewegung gesetzt.

Der Betreiber der Schleifmühle, der Stadtgeschichts- und Museumsverein, hat nun Bedenken. "Wir können das Technische Denkmal während der Bauzeit dann nicht in Funktion zeigen", sagt Felix Berndt, der in der Mühle gerade sein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolviert. Die Folge: Die Schleifmühle ist längst nicht mehr so attraktiv, es kommen weniger Besucher. Das würde auch weniger Einnahmen bedeuten. Doch der ehrenamtlich arbeitende Verein ist auf jeden Euro angewiesen.

Wilfried Schult ist sich der Situation sehr bewusst. "Wir wissen, dass der Verein nicht aus dem Vollen schöpfen kann. Wir werden das so weit es geht berücksichtigen." Zunächst aber müssten die konkreten Planungen gemacht werden. Dann werden etliche Institutionen wie beispielsweise der Wasser- und Bodenverband um eine Stellungnahme gebeten. "Natürlich soll auch der Stadtgeschichts- und Museumsverein seine Vorstellungen äußern", so Schult. "Dann werden wir sehen, was möglich ist." Er ist überzeugt, dass alle Detailfragen geklärt werden können. Und er kündigt bereits an: "Möglicherweise werden wir den Wasserzulauf zum Mühlrad nur stundenweise sperren müssen, so dass die Mühle fast immer arbeiten kann."

Die Schleifmühle war von der Stadt im Jahr 1996 an den Stadtgeschichts- und Museumsverein übergeben worden. Der städtische Haushalt sollte so entlastet werden. Seitdem betreibt der 80 Mitglieder zählende Verein die Mühle mit viel Engagement. So wurde unter anderem im Jahr 2000 ein neues Mühlrad eingebaut, das Müllerhaus wurde saniert. Und jedes Jahr finden etliche Veranstaltungen statt. Diesmal wird die Saison am 24. März eröffnet.

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