Anwohner sauer : Schleichweg für Brummis

Auto an Auto: Auf der Rogahner Straße stauen sich in Spitzenzeiten die Fahrzeuge, darunter auch viele Lastwagen. Die Stadt sieht aber noch keinen Handlungsbedarf.
Auto an Auto: Auf der Rogahner Straße stauen sich in Spitzenzeiten die Fahrzeuge, darunter auch viele Lastwagen. Die Stadt sieht aber noch keinen Handlungsbedarf.

Rogahner Straße: Anwohner beklagen stärkeren Lkw-Verkehr seit Einführung der Maut-Pflicht auf der Umgehung

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27. November 2015, 12:00 Uhr

Der marode Zustand der Rogahner Straße bringt Anwohner weiterhin in Rage. „Die Lage hat sich noch einmal verschlechtert“, sagt der Görrieser Hans-Heinrich Jammer-Lühr. Und er nennt auch gleich den Grund: die Lkw-Maut, die seit dem Sommer auf der Umgehungsstraße zwischen der Kreuzung Ludwigsluster Chaussee und der Kreuzung Lärchenallee gilt.Viele Brummi-Fahrer nutzten nun die Rogahner Straße, um das Geld für die Maut zu sparen, berichtet Jammer-Lühr. Ergebnis: „Es bilden sich lange Staus – und die Straße sackt weiter ab.“

Schleichweg Rogahner Straße? Dr. Bernd-Rolf Smerdka, Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, will einen so direkten Zusammenhang zwischen Straßenzustand und Maut nicht herstellen – noch nicht. „Die Erhebungen zu den Auswirkungen der Lkw-Maut laufen noch“, erklärt Smerdka. Gewisse Tendenzen ließen sich aber schon jetzt ableiten, räumt er ein. So sei zwar der Anteil der Lastwagen stadteinwärts etwa konstant geblieben, stadtauswärts hätten die Zählungen jedoch einen Anstieg ergeben. „Diese Zunahme muss aber nicht unbedingt mit der Maut zusammenhängen, sie kann auch betriebliche Gründe haben, schließlich führt die Rogahner Straße in ein Gewerbegebiet“, schildert der Amtsleiter.

Handlungsbedarf sieht Smerdka vorerst also nicht. „Wir müssen die weiteren Zählungen bis zum Frühjahr abwarten“, so der Leiter der Verkehrsbehörde. Sollte sich wirklich eine besondere Beanspruchung der Rogahner Straße durch den Lkw-Verkehr herausstellen, käme theoretisch eine Tonnagebegrenzung auf der Straße in Betracht. „Eine solche Begrenzung ist jedoch an bestimmte Voraussetzungen gebunden“, erläutert Smerdka. So müsse der Aufbau der Straße in diesem Fall noch einmal genau begutachtet werden.

Apropos Straßenaufbau. Auch auf die angekündigte Sanierung der Rogahner Straße werden die Görrieser noch eine Weile warten müssen. Im kommenden Jahr laufe erst einmal das Planfeststellungsverfahren, kündigt der Amtsleiter an. Voraussichtlich von Spätsommer 2017 bis Ende 2018 werde dann gebaut, asphaltiert mit allem Drum und Dran, neue Gehwege inklusive. Insgesamt 4,7 Millionen Euro würden die Arbeiten kosten, so Smerdka.

Hans-Heinrich Jammer-Lühr, der jahrelang im Görrieser Ortsbeirat mitgearbeitet hat, dürfte sich mit den Antworten des Amtsleiters kaum zufrieden geben. Schwere Lkw von der strapazierten Rogahner Straße fernzuhalten, sei aus seiner Sicht dringend geboten, sagt er.

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