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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. September 2017 | 21:37 Uhr

Brüsewitz : Schlammschlacht auf der Baustelle

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

1,4 Millionen Euro fließen in eine neue Verbindungsstraße von Brüsewitz nach Klein Amerika – Regen erschwert derzeit die Arbeiten

von
erstellt am 27.Jul.2017 | 14:00 Uhr

Die Bauarbeiter auf der Brüsewitzer Dorfstraße sind momentan nicht zu beneiden. Knöcheltief stecken ihre Gummistiefel im Schlamm. Die ersten Geräusche, nachdem die Bagger in Position gefahren sind, kommen von den Pumpen, mit denen die Männer das Wasser aus den tiefen Löchern pumpen, die der Regen immer wieder in den erdigen Untergrund spült. Roland Krause schließt den dicken Schlauch an die Pumpen an. „Das muss erstmal alles weg. Es kam ganz schön was runter in der vergangenen Nacht“, sagt er, rückt seinen gelben Bauhelm zurecht und hockt sich direkt neben die Pumpe. Denn der Schlauch soll möglichst nicht abknicken. Dafür, dass an der entsprechenden Stelle genügend Wasser zusammenkommt, sorgt sein Kollege. Mit einer Schippe bewaffnet geht er von Pfütze zu Pfütze und legt kleine Rinnsale an, damit das Wasser von der Baustelle fließt. Derweil legen die ersten Kollegen in den Baggern los und heben einen tiefen Schacht im Ortskern aus. Denn nicht nur eine neue 1160 Meter lange Asphalt-Trasse ist vom Ortskern an der Kreuzung am Gasthaus in Brüsewitz bis zum Abzweig am Wald im Ortsteil Klein Amerika geplant. „Wir werden auch die Regenentwässerung erneuern und ein zusätzliches Leerrohr für den Breitbandausbau mit verlegen lassen“, erklärt Bürgermeister Manfred Dutz. Letzteres sei eine Vorbereitung für den Netzausbau, der im kommenden Jahr geplant ist. „Wir wären ja dumm, wenn wir nicht rechtzeitig dran denken und dann in einem Jahr die Straße noch einmal aufmachen müssten“, schiebt er hinterher. Immerhin fließen 1,4 Millionen Euro in den Ausbau der Strecke. Gefördert wird das Vorhaben mit 817 000 Euro aus den Mitteln der Dorferneuerung des Landwirtschaftsministeriums und der EU. Schon 2013 hat die Gemeinde mit den Planungen für die Dorfstraße begonnen, im März kam dann grünes Licht und der ersehnte Förderbescheid. Gebaut wird die neue Straße auf 5,50 beziehungsweise 4,50 Meter Breite. „Wir haben hier sehr schöne alte Alleebäume, die es zu schützen und zu erhalten gilt, deshalb ist die Straße an einigen Stellen schmaler“, erläutert der Bürgermeister. Auch ein kombinierter Rad- und Fußweg ist geplant. Der wird allerdings gepflastert. Welche Farbe, das weiß Dutz noch nicht. Klar ist nur: „Es wird sicher etwas Rotes, denn die anderen gepflasterten Flächen sind auch in Rottönen“, so Dutz. Ebenso werden Straßenlampen, 15 an der Zahl, bei dieser Baumaßnahme neu aufgestellt. „Wenn, dann machen wir das ordentlich“, betont der Bürgermeister. Unterstützung hat er von den Einwohnern, wenngleich diese nach Abschluss der Arbeiten zur Kasse gebeten werden. Denn durch die Straßenausbaubeitragssatzung der Gemeinde Brüsewitz ist klar geregelt, dass die Gemeinde 55 Prozent und die Anlieger 45 Prozent der restlichen Summe übernehmen müssen. Erste Rechnungen werden aber erst vier Jahre nach Abschluss der Arbeiten verschickt. Bis dahin hofft Manfred Dutz auf eine sanierte Kreisstraße in Brüsewitz. „Diese ist in einem sehr schlechten Zustand, den wir so gar nicht mögen“, sagt er mit Nachdruck.

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