Schwerin : Schlaglöcher: Jetzt wird wieder geflickt

<strong>Keine Lösung auf Dauer: </strong>Tobias Scheer und Florian Waack (v.l.) schließen mit Kaltmischgut eines von vielen  Schlaglöchern auf der Hamburger Allee. Die Straße ist aufgrund ihres Alters besonders anfällig für Schäden und bedarf einer grundlegenden Sanierung. <foto>Klawitter</foto>
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Keine Lösung auf Dauer: Tobias Scheer und Florian Waack (v.l.) schließen mit Kaltmischgut eines von vielen Schlaglöchern auf der Hamburger Allee. Die Straße ist aufgrund ihres Alters besonders anfällig für Schäden und bedarf einer grundlegenden Sanierung. Klawitter

Frost und Schnee im Dezember haben unzählige Löcher in den Asphalt der Schweriner Straßen gerissen. Nun werden sie notdürftig verschlossen. Busstrecken und große Zufahrtsstraßen werden zuerst repariert.

svz.de von
13. Januar 2013, 06:04 Uhr

Schwerin | Die Straßen in der Landeshauptstadt sind schwer gezeichnet: Eis und Schnee im Dezember haben dem Asphalt mächtig zugesetzt. Wo die Bürger auch unterwegs sind, fast überall reiht sich Schlagloch an Schlagloch. Besonders betroffen: Hamburger Allee, Johannes-Brahms-Straße, Ratzeburger Straße und die Straße Am Grünen Tal. "Frost und etwas Feuchtigkeit über eine gewisse Zeit reichen aus, um poröse Stellen an der Oberfläche aufzubrechen", erklärt Hans-Dieter Matlachowski, Bereichsleiter für Straßenunterhaltung und Abfallwirtschaft der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen Schwerin (SDS). Das Wasser dringt in Risse im Asphalt, dehnt sich bei Minusgraden aus und zerstört dabei die Straßendecke. Wird es wärmer, werden die zerstörerischen Kräfte sichtbar. "Die Besonderheit in diesem Jahr ist, dass der Januar bisher besonders mild und feucht war. Jetzt treten die Schäden geballt auf", sagt Ilka Wilczek, Werkleiterin der SDS. Es seien aber nicht mehr Schlaglöcher als gewöhnlich.

Um zumindest die größten und gefährlichsten Löcher zu stopfen, seien derzeit täglich bis zu 15 Mitarbeiter in den Stadtteilen unterwegs, so Matlachowski. Mit einem Kaltmischgut ausgerüstet, schließen sie die schadhaften Stellen. Priorität haben dabei Straßen der Ver- und Entsorgung. Dazu gehören hauptsächlich Busstrecken und große Zufahrtsstraßen zu Wohngebieten. Gehe es um die Verkehrssicherheit, seien Mitarbeiter aber überall im Einsatz.

Das Flicken ist aber nur eine vorübergehende Lösung, weiß auch der Bereichsleiter: "Wir können Kaltmischgut bis zu einer Temperatur von minus fünf Grad einsetzen. Die Haftung zum Unterboden ist aber längst nicht so gut. Da kann es also sein, dass ein Loch bereits nach zwei Tagen wieder leer gefahren ist." Erst bei Temperaturen von mindestens zehn Grad seien langfristige Reparaturen möglich, so Matlachowski.

Alte Straßen wie die Hamburger Allee seien besonders anfällig für Schlaglöcher. "Die Straßen sind 30 bis 40 Jahre alt. Man muss beachten , dass sie damals für ein viel geringeres Verkehrsaufkommen gebaut wurden. Eigentlich bedürfen sie einer grundlegenden Sanierung. Die Brandenburger Allee steht auf unserer Prioritätenliste ganz oben", berichtet Wilczek. Doch Instandsetzungen sind teuer. Zu teuer. "Die eigentliche Ursache ist der Sanierungsstau. Der ließe sich nur mit hohen Millionenhilfen beheben", sagt Matlachowski.

Nach Angaben des Bereichsleiters bewirtschaftet die SDS rund 350 Kilometer Straßen. Dafür sind im diesjährigen Haushalt knapp drei Millionen Euro vorgesehen. Durchschnittlich 10 bis 15 Prozent des zur Verfügung stehenden Geldes werden für Reparaturen und Instandsetzung aufgrund von Winterschäden benötigt. In diesem Jahr sind 280 000 Euro eingeplant. "Das werden wir auch zu hundert Prozent brauchen", sagt Matlachowski. Sollte die SDS auf zusätzliche Mittel angewiesen sein, werde dies zu Lasten anderer Projekte gehen, so Wilczek.

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