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Hinter Schweriner Türen : Schlafsaal wartet auf Erweckung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Blick hinter verschlossene Türen in der Landeshauptstadt – heute: Der große Raum im Ostflügel des Dom-Kreuzganges

svz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Ob große Holztüren oder schwere Eisenportale, kleine Luken oder automatische Glastüren – in der Stadt gibt es zahllose Eingänge an öffentlichen Orten. Doch nicht immer dürfen Schweriner einfach so hineingehen, meist liegen die Räume dahinter im Dunkeln. Dabei verbirgt sich die ein oder andere Überraschung hinter den verschlossenen Türen in der Landeshauptstadt, wie der Saal über der Thomaskapelle im Kreuzgang des Schweriner Doms.

Mit seinem schweren Schlüsselbund hat Volker Mischok Zutritt zu fast jedem Raum im Kreuzgang des Schweriner Doms. Und auch die Gittertür im Erdgeschoss des Ostflügels kann der Domprediger öffnen. Über eine Wendeltreppe geht es hinauf ins Obergeschoss, wo eine von vielen verschlossenen Türen der Kirche darauf wartet, geöffnet zu werden. Dahinter verbirgt sich ein heller und hoher Raum mit großen Fenstern. Die Säulen und die knarrenden Holzdielen, die Akustik, das Licht und der Blick auf den Dom und in den Innenhof geben ihm einen besonderen Charme.

„Das ist unser Domsaal“, erzählt Volker Mischok. „Er harrt noch seiner Erweckung.“ Früher sei das wohl mal der Schlafsaal des niederen Klerus gewesen, so der Pastor. Die Gemeinde würde ihn gerne für ihre Arbeit nutzen, bereits jetzt finden dort ab und zu Kindergottesdienste statt. Der Raum grenzt an den Chor des Doms, die Orgel ist hier zu hören. „Es soll kein toter Raum bleiben, wir wollen ihn mit Leben erfüllen.“

So einfach ist das jedoch nicht. „Der Zugang ist bisher nur über die Wendeltreppe möglich, die nicht behindertengerecht ist“, erklärt Mischok. Zudem müsse der Saal renoviert werden, das koste Geld und gehe nicht ohne die Zustimmung der Denkmalpflege.

Am Gemäuer sind noch die Spuren der vorherigen Nutzung zu erkennen – Regalbretter. „Der Raum war gefüllt mit Büchern“, sagt der Pastor. Denn bis 2005 wurden die Räume im Kreuzgang, bis auf die Thomaskapelle, vom Landesarchiv genutzt. „Danach konnten Schweriner das Gebäude erstmals besichtigen“, so Mischok. Heute sind der Westflügel und das Obergeschoss des Kreuzganges vom Archiv der Landeskirche belegt, der Gang ist unter der Woche begehbar.

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