Bauen in Schwerin : Schlachtermarkt bald Baustelle

Die Bäume sind krank und müssen gefällt werden. Dafür pflanzt die Stadt Silberlinden.
Die Bäume sind krank und müssen gefällt werden. Dafür pflanzt die Stadt Silberlinden.

Noch stehen Detailplanungen und Gespräche mit Anliegern an, aber bereits im Sommer soll die Neugestaltung des Platzes beginnen

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13. Februar 2018, 05:00 Uhr

Die Nachplanungen der Bauverwaltung und die Gespräche mit den Anliegern haben gute Nachrichten, aber auch offene Fragen gebracht: Der Schlachtermarkt wird von Sommer an grundlegend erneuert. Die Arbeiten dauern aber länger – voraussichtlich bis Ende 2019. Dadurch wird es auf dem Areal hinter dem Markt definitiv zweimal hintereinander keinen Weihnachtsmarkt geben können.

Dafür wird es aber keine Stufen oder Treppen geben, um den Höhenunterschied auszugleichen. „Das bekommen wir so hin“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. „Der Platz wird komplett barrierefrei.“ Auch der beliebte Brunnen „Herrn Pastor sien Kauh“ bleibe am angestammten Platz erhalten. Die Bäume dagegen sind krank – bis auf die zwei Linden im Bereich zum Großen Moor. Sie müssen gefällt werden. Dafür sollen am Ende Silberlinden gepflanzt werden.

Erhalten bleiben nach jetziger Planung die Anwohnerparkplätze im vorderen Bereich und auch im hinteren Bereich der städtische Parkplatz. Für letztere gelte aber: „Kommt ein Investor mit einem besonderen Vorhaben, können wir darüber reden“, sagt der Baudezernent. Allerdings sei es aus Sicht der städtischen Verkehrsplaner unstrittig, dass die öffentlichen Parkplätze gebraucht werden. Zudem sehen die Planer 40 Fahrradstellplätze auf dem neuen Schlachtermarkt vor.

Die Landesrabbiner-Holdheim-Straße und die Schlachterstraße werden genau wie die Domstraße nach der Erneuerung asphaltiert – wenn es nach den Vorstellungen der Planer geht. Der Platz selbst erhält Naturstein-Pflaster. „Hier gibt es aber unterschiedliche Auffassungen der Anlieger. Manche wünschen sich auch in der Schlachter- und der Holdheim-Straße Pflaster“, berichtet Nottebaum. Auf der öffentlichen Ortsbeiratssitzung am 21. Februar sollen diese offenen Fragen geklärt werden.

Der Vorteil des Asphalts liegt auf der Hand: Es ist geräuschärmer befahrbar und billiger. Denn die Anlieger müssen nur für die Straßen mitzahlen, nicht für den Platz. 75 Prozent der Kosten müssen Anlieger bezahlen.

Aber auch die Argumente der Pflaster-Befürworter sind nicht von der Hand zu weisen: Es passt besser ins historische Ambiente und würde die Welterbe-Bewerbung Schwerins besser unterstützen.

Das gesamte Vorhaben kostet rund 1,5 Millionen Euro. Auf die Schlachter- und Holdheim-Straße würden beispielsweise bei einer Asphaltierung Kosten von 425 000 Euro entfallen. Bei ungeschnittem Pflaster wären 530 000 Euro nötig, bei geschnittenem sogar 545 000 Euro. Die Kosten für die Domstraße belaufen sich nach aktueller Planung auf knapp 100 000 Euro. Für die Fußgängerzone Schlachtermarkt plant die Stadt etwas mehr als eine Million Euro ein.

Ein besonderer Knackpunkt bei den Baukosten: Es müssen alle Ausgaben der kompletten Bauarbeiten herangezogen werden, wenn es um die prozentuale Beteiligung der Anlieger geht. Die vom Land in Aussicht gestellten Fördermittel dürfen nicht vorher abgezogen werden. „Das hat Energieminister Christian Pegel uns gegenüber sehr deutlich betont“, erklärt Baudezernent Bernd Nottebaum.

Der entstandene Vorwurf: Die Stadt zahlt nur einen Bruchteil für den von ihr angeschobenen Umbau. Den Löwenanteil leisten die Anwohner und der Rest kommt vom Land. „Wir hätten gern anders gerechnet“, gibt der Baudezernent zu. Aber der Verwaltung seien rechtlich die Hände gebunden.

Die bislang letzte Verschönerung des innerstädtischen Platzes liegt fast 40 Jahre zurück. Bei der Umgestaltung des Platzes 1979 wurde der Brunnen des Berliner Bildhauers Stefan Horota aufgestellt. Er zeigt auf dem umlaufenden Bronzereliefband Motive aus dem mecklenburgischen Volkslied „Von Herrn Pastorn sien Kauh“.

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