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Schwerin: Zunehmender Durchgangsverkehr stört Anwohner : Schilderstreit spaltet Gartenstadt

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Ein Schilderstreit teilt die Anwohner der Gartenstadt. Sie eint zwar, dass sie sich fast alle vom Durchgangsverkehr erheblich gestört fühlen. Doch der jüngste Vorschlag der Stadtverwaltung sorgt für geteilte Ansichten.

svz.de von
erstellt am 16.Mär.2012 | 10:26 Uhr

Gartenstadt | Ein Schilderstreit teilt die Anwohner der neuen und alten Gartenstadt. Sie eint zwar, dass sie sich fast alle vom Durchgangsverkehr in ihrem Wohngebiet erheblich gestört fühlen. Doch der jüngste Vorschlag der Stadtverwaltung, die Einfahrten in die Straßen westlich und östlich der quer durch das Wohngebiet führenden Haselholzstraße per Schild zu verbieten und diese in Sackgassen umzufunktionieren, sorgt für geteilte Ansichten. In diesem Fall könnten Autofahrer die Straßen nur noch über die Ludwigsluster Chaussee im Osten oder über die Hagenower Straße im Westen ansteuern.

Der Durchgangsverkehr auch in den verkehrsberuhigten Bereichen zwischen Ludwigsluster Chaussee und Hagenower Straße hatte nach einer Zählung der Verwaltung in den vergangenen zwei Jahren erheblich zugenommen. Abhilfe soll die neue Mettenheimer Straße im Süden des Wohngebietes bringen, doch deren Bau beginnt "frühestens im Sommer", sagte Barbara Diessner, Abteilungsleiterin im Amt für Verkehrsmanagement. Die Fertigstellung sei ungewiss. So lange würden die Anwohner sich entweder mit der gegebenen Situation abfinden oder den "radikalen" Vorschlag der Verwaltung in Kauf nehmen müssen. "Einen Plan B haben wir nicht", sagte Diessner auf der jüngsten Ortsbeiratssitzung. Es sei eine Zwischenlösung, die mit der Fertigstellung der Mettenheimer Straße wieder aufgehoben werden könnte.

Diese Übergangsvariante würde für die Anwohner mehr Ruhe bringen, aber auch erhebliche Umwege. So wäre der direkte Weg von der westlichen Gartenstadt zum nahe gelegenen Supermarkt an der Ludwigsluster Chaussee für Autofahrer künftig gesperrt. Sie müssten über Krebsförden oder in Richtung Stadionbrücke fahren.

Die Einfahrten in die Straßen nur für Anlieger freizugeben, davon hielt Barbara Diessner wenig. "Da hält sich niemand dran und das können wir auch kaum kontrollieren", sagt sie. Und Poller oder Schlagbäume aufzustellen, sei einerseits viel Aufwand. "Andererseits hat sich die Feuerwehr deutlich dagegen ausgesprochen. Die Einfahrten müssen aus Sicherheitsgründen offen bleiben."

Die Idee mehrerer Anwohner, die Hagenower Straße nur noch für Anlieger frei zu geben, wiegelte Barbara Diessner sofort ab. "Die Beschäftigten im TGZ und die Bereitschaftspolizei brauchen die Hagenower Straße", sagte sie. Dass in der 30er-Zone eher gerast als langsam gefahren werde, sei ihr bekannt. Das Problem sei nur durch noch mehr Kontrollen in den Griff zu bekommen.

Eine sporadische Abstimmung unter den anwesenden Anwohnern zeigte, dass die eine Hälfte der Versammlung den Verwaltungsvorschlag ablehnte, die andere Hälfte ihn befürwortete. Eine zufrieden stellende Lösung wurde nicht gefunden. Barbara Diessner und ihre Kollegin Jana Symank nahmen die Einschätzungen und Meinungen auf. Ob sie eine zufrieden stellende Lösung für alle finden, scheint allerdings ebenso ungewiss wie der Baubeginn der Mettenheimer Straße.

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