Schilderdschungel : Schilder für den Waldpark Wiligrad

Übersicht: Dietmar Braune von der Schlösserverwaltung freut sich. Sieben extra für Wiligrad gestaltete Informationstafeln sind jetzt im Park und auch direkt am Schloss zu finden. Fotos: Werner Mett (3)
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Übersicht: Dietmar Braune von der Schlösserverwaltung freut sich. Sieben extra für Wiligrad gestaltete Informationstafeln sind jetzt im Park und auch direkt am Schloss zu finden. Fotos: Werner Mett (3)

Informationstafel und Verbote sollen helfen, die richtigen Wege zu finden und Konflikte zu vermeiden

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01. September 2015, 16:00 Uhr

Ein knappes Jahr nach dem Abschluss der Sanierung des Waldparkes rund um Schloss Wiligrad sind nun auch die Regeln für jedermann sicht- und lesbar. Schlösserverwaltung und Verkehrsbehörde ließen gleich zweierlei Schilder aufstellen: Zumeist werden Hinweise gegeben, aber auch Verbote ausgesprochen. „Direkt im Park haben wir nur wenige Informationstafel aufgestellt,“ betont Gartenbau-Ingenieur Dietmar Braune.

Ganz konkret sind es sieben, sie stehen an den wichtigen Zugängen und am Schloss. Lageplan und Wichtiges zur Geschichte von Schloss Wiligrad, das Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde, sind darauf zu finden. In Deutsch und Englisch. Hinzu kommt die Parkordnung. „Daran haben wir lange gearbeitet“, erläutert Braune. „Uns auch mit Anwohnern und Anliegern, mit der Gemeinde Lübstorf und dem Nordwestkreis abgestimmt.“ Denn Wiligrad ist kein Museum, sondern ein kleines Dorf mit dort lebenden Menschen und mit zahlreichen Anziehungspunkten. Das Schloss beherbergt beispielsweise Kunstverein und Galerie. Im Marstall gibt es die Jugendbegegnungsstätte „Erlebnistage“. Das Café in der alten Schlossgärtnerei ist sehr beliebt. Eine Kleingartenanlage und der Begräbniswald schließen sich ans Parkareal an. „Bei Großveranstaltungen am Schloss gab es mitunter schon ein Parkchaos“, berichtet Braune. Der bei der Sanierung angelegte Parkplatz am Dorfeingang mit 84 Stellplätzen für Autos und zwei für Busse reichte da nicht aus. Das Dorf und auch die Zufahrtstraße wurden zugeparkt.

Laut Ausschilderung darf es das jetzt nicht mehr geben. Denn für Fahrzeuge von Ortsfremden ist der Dorfkern mit dem Schloss tabu. Und an der Straße in Richtung Wiligrad herrscht Halteverbot. „Damit kann jeder problemlos mit dem Auto bis zum Parkplatz fahren“, betont Braune. Und falls dort alle Plätze belegt sind, ist es möglich zu wenden und das Fahrzeug am Straßenrand in Richtung Lübstorf abzustellen – so dass dennoch die einzige Straße zum Dorf für Rettungsfahrzeug, Linienbusse und allen anderen Fahrzeuge frei bleibt. Allerdings entstand dadurch an der Zufahrt zu Wiligrad auch ein Schilderwald. Zwischen Ortseingangsschild und Parkplatz-Zufahrt wird der Verkehr auf kurzer Strecke immer stärker eingeschränkt, bis gar nichts mehr geht: Fahrverbot, außer für Anlieger. „Das ist auch das letzte Verkehrsschild“, betont Braune. „Im Kernbereich gibt es nur Informationstafeln, die zum Charakter des Waldparkes passen.“ Alte Wegweiser werden deshalb noch verschwinden.

Doch nicht nur mit Autos gab und gibt es Probleme. In dem 19 Hektar großen Park laden Wanderwege von rund fünf Kilometern Gesamtlänge ein. Die wurden alle neu angelegt, auch am Steilufer zum Schweriner Außensee. Motorradpiloten veranstalteten dort schon illegale Crosstouren. Auch Reiter kamen durch – mit fatalen Folgen für die Wege. „Selbst die Reifen von Fahrrädern hinterlassen gerade am Steilufer Rillen, die schnell ausgespült werden und größere Schäden verursachen“, erläutert Braune. Deshalb gilt auf den Wiligrader Parkwegen auch Fahrverbot für Fahrräder. Dafür ist an anderer Stelle das Betreten des Rasens erlaubt – auf großen Sichtachsen zum See und zu Schlossteich sind sogar Veranstaltungen möglich.

Die Schlösserverwaltung habe mit Parkordnung und Ausschilderung auf Anregungen reagiert, betont Braune. Bei einer oft geäußerten Kritik bittet der Fachmann aber um Verständnis: Nicht überall wird der Wildwuchs zwischen Neuanpflanzungen bekämpft. Denn bei der Wiederherstellung des ursprünglichen Parkcharakters wurde Wald neu angepflanzt. „Dort wird nicht gemäht“, erläutert Braune. An einigen Stellen ist derzeit das Unkraut so hoch wie die frisch angepflanzten Buchen. Doch die werden stärker und höher und dann den Wildwuchs unterdrücken. Die Schlossgärtner sollen an diesen Stellen gar nicht eingreifen.

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