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Zeitung für die Landeshauptstadt

16. Dezember 2017 | 08:23 Uhr

Satire : Schildbürgerstreiche im Plakatewald

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nicht ganz ernst zu nehmende Entdeckungen bei einem Schweriner Stadtrundgang

Jetzt scheint es  der Meckerziege   ans Fell zu gehen. Alle Wahljahre   wieder taucht sie auf, soll  die Zweibeiner  für die Freien Wähler an die Urnen locken. Doch dieses Mal  wandelt  das (Wahl-)Kampf erprobte Tier  auf gefährlichen Pfaden: Der Werbe-Tiger  einer Tankstellenkette  leckt sich schon das Maul und  freut  sich auf  Frischfleisch, das  zum Lunch oder Brunch verspeist  werden soll. 

 Diese Kombination ist   bei weitem nicht die einzige, die zum Schmunzeln  anregt: Radarkontrolle – Dietrich Monstadt  heißt es   in der Ludwigsluster Chaussee: Will der CDU-Mann  nun davor  warnen, dass  die Ordnungshüter    ihre Messgeräte  wieder  scharf gestellt haben oder  kommt er  persönlich vorbei, um abzukassieren?

Doch die CDU  kann  es  auch anders. Die MAG ich! So heißt  der Slogan eines  Einkaufscenters  in der Schweriner Altstadt. Gleich darunter  das  Wahlplakat zu platzieren hat    schon etwas.

Auch die Linke  setzt auf Positiv-Effekte: Sie sieht sich natürlich immer  auf der Hauptstraße und hängt  ihre Wahlwerbung  daher auf der Krösnitz gern unter das entsprechende  Verkehrszeichen.

 Doch das  sind Ausnahmen. Die Kombinationen, die unfreiwillig Lacher erzeugen, sind  dabei eindeutig in der Mehrheit. Ganz vorn dabei: die Alternative  für Deutschland.  Bei der Masse  der  aufgehängten Plakate  ist  das auch kein Wunder. Jeder  freie Laternenmast  wird genutzt. Grenzen schützen! Das ist  keine  Frage, sondern eine Aufforderung. Das große Ausrufezeichen darüber kann das  nur bekräftigen. Und Straßenschäden erschweren es  den Flüchtlingen natürlich ungemein, auf  ihrem Weg ins gelobte Abendland voranzukommen. Das passt schon.

Alternativ – so suggeriert es die Kombination  eines AfD-Plakates mit der Ankündigung einer Hundeschau in der Kongresshalle – könnten die  Vierbeiner  nach der Ausstellung Anfang September   doch  zu einem echten Grenz-Schutz-Einsatz  geschickt werden.

Darüber hinaus scheint sich ein echtes Star-Duo  an Schweriner Laternenmasten gefunden zu haben. Aber warum ruft FDP-Frontmann  Christian Lindner  den Schlagersänger Dieter Thomas Kuhn gleich mehrfach an. Für das Konzert  auf der Freilichtbühne  kann  Lindner weder zu- noch absagen: Das war schon.

Für FDP-Lokalmatador Stev Ötinger blieb   bei so  viel Lindner-Chef-Präsenz übrigens  nur   noch ein Platz  ganz in der Nähe der Menagerie der Medusa. Ötingers Lächeln wirkt  auch schon etwas versteinert.

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