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Berührende Schau : Schicksale bringen Schülern den Frieden näher

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Was Krieg für jeden einzelnen bedeutet, vermittelt eine Ausstellung jetzt Jugendlichen am Fridericianum

Fritz Lewin war Bauingenieur, hatte 1939 in Stettin für seine Familie ein Haus am See gebaut. Er war glücklicher Familienvater von vier Kindern, dann kam der Krieg. Als Ingenieur war Fritz Lewin beim Bau von Kasernen, Brücken und Bunkern gefragt. Doch nach Kriegsende geriet er in Kriegsgefangenschaft, aus der er nie zurück kehren sollte. Fritz Lewin wurde für tot erklärt, ohne dass es je eine Leiche gab.

Das Schicksal von Fritz Lewin war nach dem Zweiten Weltkrieg kein Einzelfall. Krieg macht das mit Menschen und Familien. Heute steht Fritz Lewins Geschichte auf einer Ausstellungstafel, die wiederum derzeit im Fridericianum ausgestellt ist. „Was heißt hier Frieden?!“ fragt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge in der landeseigenen Schulausstellung. Die Frage muss sich jeder Besucher selbst beantworten. Die Besucher sind vor allem Schüler der Sekundarstufen I und II. Es geht nicht nur um die einfache Trennung von Krieg und Frieden, es geht um die vielen Zwischentöne: Toleranz, Vorurteile, die Ursachen von Gewalt und schließlich auch Gedenkkultur. Ziemlich viel ernster Stoff für die Jugendlichen, aber auch wichtig bei der Auseinandersetzung mit sich selbst. Die Themen werden mit Texten, Bildern und Grafiken vermittelt, geben parallel viel Stoff für Lehrer, die Themen auch im Unterricht weiter zu tragen.

Die Ausstellung gliedert sich in drei Themenkomplexe: Vorurteile abbauen, Gemeinsam gegen Krieg und Gewalt und Erinnern für die Zukunft. Dabei geht die Schau den Ursachen von Vorurteilen nach und zeigt ihre Auswirkungen auf die Opfer – in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Verschiedene Ausprägungen von Gewalt – vom alltäglichen Konflikt in der Schule bis zu militärischen Auseinandersetzungen in der Welt. Zudem wird auf die Folgen von Krieg und Gewalt für Mensch und Natur aufmerksam gemacht. Unter dem Thema „Gedenkkultur“ werden den Jugendlichen verschiedene Formen des Erinnerns vorgestellt. Der Blick in die Vergangenheit soll den Weg in eine friedliche Zukunft weisen.

„Was heißt hier Frieden?!“ richtet sich vor allem an Schüler, ist aber auch jedem Schweriner zugänglich. Die Tafeln der kleinen, überschaubaren, aber tief bewegenden Schau stehen in der ersten Etage des Fridericianums. Ein Blick lohnt sich für jeden Geschichtsinteressierten, der sich für persönliche Schicksale aus MV interessiert. Der Volksbund dankt der Stiftung der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und der Initiative „Wir Erfolg braucht Vielfalt!“ für die Unterstützung.


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erstellt am 23.Jun.2014 | 23:48 Uhr

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