BAUPROJEKT : Schelfstadtbau in dritter Reihe

Auf dem Papier schon fertig: Die Investoren Matthias Winkler und Andreas Mägerlein (l.) bauen die vier Stadthäuser auf dem Hof.
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Auf dem Papier schon fertig: Die Investoren Matthias Winkler und Andreas Mägerlein (l.) bauen die vier Stadthäuser auf dem Hof.

In der Schelfstraße 35 wollen zwei Investoren im nächsten Jahr vier moderne Stadthäuser mit anspruchsvoller Architektur errichten

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13. November 2014, 16:00 Uhr

Besser kann man wohl kaum wohnen, schwärmen die Investoren Andreas Mägerlein und Matthias Winkler von ihrem jüngstes Projekt. Im Hinterhof Schelfstraße 35 wollen sie dort, wo jetzt noch ein leer stehendes Bürogebäude ist, vier moderne Stadthäuser errichten – quasi in dritter Reihe. Auf dem 1544 Quadratmeter großen Grundstück entstehen vier individuelle Gebäude jeweils mit einem eigenen Garten. Die Planer haben es geschafft, trotz geschlossener Bauweise, jedem Haus einen eigenen Charakter zu verleihen.

Die Fassaden besitzen eine Putz-, Klinker-, Kupfer- oder Lärchenholzlamellen-Oberfläche, die zwischen den einzelnen Stadthäusern eine interessante, unterschiedliche Fassadenausbildung unterstreicht. Als Dachkonstruktion ist ein Flachdach mit extensiver Dachbegrünung geplant. Die Gärten sind südseitig ausgerichtet, die Zugänge zu den Häusern befinden sich im Norden. „Die Parkplätze sind an der Ostseite zum bestehenden Fachwerkhaus angeordnet, so ist gewährleistet, dass die Bewohner nicht durch Fahrgeräusche belästigt werden und die Grundstücke ausschließlich als Gartenflächen genutzt werden“, berichten die Investoren, die in Schwerin unter anderem das Gebiet am Heidensee entwickelt haben und zuletzt die Lankower Lungenklinik und die alte SED-Kreisleitung am Großen Moor in attraktive Wohnhäuser verwandelt haben. „Die energetisch hochwärmegedämmten Häuser werden mit der neuesten umweltverträglichen Brennwerttechnik beheizt unter Einbeziehung einer solarthermischen Anlage. So entstehen, quasi in dritter Reihe, Stadthäuser mitten in der Schelfstadt in einer traumhaften, ruhigen und grünen Umgebung.“

Genau diese traumhafte Umgebung mit Hinterhof-Gärten zwischen Apotheker- und Mühlenstraße, Schelfstraße und Speicher hätten die Nachbarn gern behalten. Doch gegen den geplanten Bau gibt es keine „rechtsgültigen Einwände“, hieß es schon im Frühjahr, als der Protest im Stadthaus landete (SVZ berichtete). Nachdem das geplante Reihenhaus mit vier Wohneinheiten im Bauausschuss und im Ortsbeirat Schelfstadt, Werdervorstadt, Schelfwerder öffentlich vorgestellt worden war, hatte die Stadt eine Baugenehmigung erteilt.

An gleicher Stelle war ein Haus abgerissen worden, das nun ersetzt werden soll. Der geplante Neubau kann also auch als Ersatzbau gesehen werden, wie es aus der Stadtverwaltung heißt. Doch eben dieser „sprengt als einzelner Baukörper aufgrund der Lage und der im Innenhof völlig untypischen Größe der überbaubaren Grundstücksfläche zuzüglich der Zweigeschossigkeit massiv den Rahmen der vorhandenen Bebauung“, heißt es in einem inzwischen abgelehnten Widerspruchsschreiben.

Das sieht die Stadtverwaltung etwas anders: Es werde im konkreten Fall keine geltende Vorschrift verletzt. Der geplante Bau sei weder zu massiv, noch stehe er zu nah an einer Grundstücksgrenze, als dass die Nachbarn befragt werden müssten.

Verhindern werden die Hauseigentümer aus der Mühlen-, der Röntgen- und der Apothekerstraße das Vorhaben nicht – es sei denn, sie ziehen vor Gericht. Nach SVZ-Informationen ist das aber nicht geplant. Aber reichlich sauer sind die Nachbarn immer noch. „Wir hatten für die Sanierung unseres Hauses Auflagen ohne Ende. Selbst die Farbe der Fensterrahmen musste auf das Sanierungsgebiet Schelfstadt abgestimmt sein“, berichtet eine Hauseigentümerin. „Und dann wird so was genehmigt, was überhaupt nicht in die Schelfstadt passt.“

Die Investoren wollen im Frühjahr das Bürogebäude abreißen und dann neu bauen. Nach einem Jahr sollen die vier neuen Hausbesitzer einziehen. Dafür müssen sie tief in die Tasche greifen. Rund eine halbe Million Euro soll jedes der vier Häuser kosten.

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