Schlossmuseum : Schatzsuche in der Silberkammer

Freuen sich auf noch mehr Besucher in der restaurierten Silberkammer des Schlossmuseums: Leiter Ralf Weingart und Museumspädagogin Inga Müller.  Fotos: Christian Koepke (1) / Museum (2)
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Freuen sich auf noch mehr Besucher in der restaurierten Silberkammer des Schlossmuseums: Leiter Ralf Weingart und Museumspädagogin Inga Müller. Fotos: Christian Koepke (1) / Museum (2)

Führungen und Vorträge: Schlossmuseum will mit Veranstaltungsreihe noch mehr Gäste für neuen Ausstellungsort begeistern

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21. November 2014, 16:00 Uhr

Die Damen der mecklenburgischen Ritterschaft wollten sich nichts nachsagen lassen. Es sollte schon etwas hermachen, das Hochzeitsgeschenk für die neue Großherzogin Alexandra. Ein silbernes Kaffee- und Teeservice, angefertigt in Paris, bekam die königliche Prinzessin von Hannover, Großbritannien und Irland anlässlich ihrer Vermählung mit Großherzog Friedrich Franz IV. im Jahr 1904, verpackt in einem riesigen Holzkoffer. „Mit ihrem Präsent würdigten die Damen die künftige Landesherrin und unterstrichen zugleich ihre eigene Stellung in der Gesellschaft“, sagt der Leiter des Schweriner Schlossmuseums, Ralf Weingart. Tatsächlich ist das imposante Geschenk nun eines der Glanzstücke in der just eröffneten Silberkammer des Schweriner Schlosses.

Insgesamt mehr als 100 Einzelstücke werden in der restaurierten Kammer im unteren Teil des Schlossturms präsentiert. Die ausgestellten Terrinen, Teller, Bestecke, Kannen, Becher und Schalen, zumeist aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, stammen überwiegend aus ehemals großherzoglichem Besitz. Manche Stücke schlummerten jahrelang im Depot, sind erstmals wieder zu sehen. Die prächtigsten Exponate wurden erst nach 1989 erworben, oft mit Unterstützung von Förderern.

Eindrucksvolles Silbergerät habe jahrhundertelang zu den Hauptrequisiten höfischer Repräsentation gezählt, erklärt Museumschef Weingart. Dabei hätten die Tafelservice durchaus stattliche Ausmaße gehabt, wie die Nummer 144 unter einem Teller eines Geschirrs aus der Werkstatt des Berliner Goldschmieds Johann George Hossauer (1794-1874) belege. „Vermutlich ist das Service aber noch weitaus umfangreicher gewesen“, so Weingart. Entstanden sei es wahrscheinlich 1837, als der Erbherzog Paul Friedrich von Mecklenburg-Schwerin seinem Großvater Friedrich Franz I. am 1. Februar auf den Thron folgte.

In der Silberkammer steht aber auch ein Pokal, den Herzog Georg von Mecklenburg-Strelitz im Jahr 1857 seinem Inspektor in Remplin, Moritz Friedrich Simonis, zum 25-jährigen Dienstjubiläum vermachte. Interessant sei die Verzierung mit landwirtschaftlicher Symbolik, erläutert Weingart. So befinde sich an der Rückseite des Pokals eine Applikation mit Rechen, zwei Sensen, Pflugschar, Egge, Stier- und Pferdebüste.

Jede Menge unterschiedlicher Entdeckungen können Besucher am neuen Ausstellungsort des Schlossmuseums also machen. „Unsere Silberkammer wird sehr gut angenommen und als echte Bereicherung empfunden“, berichtet denn auch Weingart. Und damit sich noch mehr Gäste für die Kammer und ihre glänzenden Schätze begeistern, hat der Leiter gemeinsam mit Museumspädagogin Inga Müller ein interessantes Programm zusammengestellt. Nächster Termin: Sonntag, 30. November. Unter dem Motto „Silber und Tafelkultur“ gibt es um 14 Uhr zunächst einen Rundgang durch die Silberkammer mit Gästeführerin Berthild Horn. Die Metallrestauratorin Claudia Köhler stellt dann um 15 Uhr „empfindliche Kostbarkeiten“ vor. Eine weitere Veranstaltung ist am Sonntag, 13. Dezember, geplant. Sie beginnt wieder um 14 Uhr mit einem Rundgang durch die Silberkammer, diesmal unter der Leitung von Ralf Weingart. Um 15 Uhr zeigt die Silberschmiedin Coco Radsack Schmuck aus Silber.

Spezielle Angebote zur Silberkammer gibt es für Kinder und Ältere. „Neuer Glanz in alten Gewölben – Die Silberkammer im Schloss Schwerin“, heißt es am 29. Januar um 14.30 Uhr bei einem Rundgang für Senioren mit Dr. Karin Annette Möller. „Silberne Schätze“ können Grundschulkinder innerhalb des Winterferienprogramms am 10. und 11. Februar, jeweils um 9.30 Uhr, heben.




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