Knorkator-Star : Schamlos und etwas heimatverbunden

Zauberhaft und laut: Alf Ator begeisterte im Angler II und holte auch das Publikum, wie hier Dörte, auf die Bühne.
Zauberhaft und laut: Alf Ator begeisterte im Angler II und holte auch das Publikum, wie hier Dörte, auf die Bühne.

Musiker Alf Ator wurde in Schwerin geboren und kommt gern nach Hause

23-57693960_23-85279842_1481650574.JPG von
08. Juni 2015, 21:00 Uhr

Seine Lieder sind skurril, seine Comic-Bilder gehen oft unter die Gürtellinie und sein Humor trifft einen ganz speziellen Nerv: Doch vielen gefällt die außergewöhnliche Art von Alf Ator. Die meisten Fans der ersten Stunde halten ihm bis heute die Treue. Neue Generationen wachsen nach. Mit seiner Band Knorkator spielt er vor Tausenden auf deutschen Bühnen und im Ausland. Bei seinen Soloauftritten sind die Häuser stets ausverkauft. Nur wenn er nach Dümmer kommt, dann ist er dort „genauso fremd wie jeder andere“, sagt Alf Ator. 1966 notierte eine Schweriner Standesbeamtin erstmals seinen bürgerlichen Namen Alexander Thomas auf die Geburtsurkunde. Jahre später entschied er sich für den Künstlernamen Alf Ator, unter dem er auch den meisten Menschen bekannt ist.

Seine Kindheit verbrachte Alf Ator in Dümmer, besuchte die Schule bis zur zehnten Klasse, machte sein Abitur in Crivitz, anschließend eine Lehre in Schwerin. „Das waren schöne Zeiten“, sagt der Musiker. Die Liebe zur Kunst wurde ihm in die Wiege gelegt. Sein Vater ist Bildhauer. Selbst beschränkt sich Alf Ator auf die Musik und das Zeichnen. „Schauspiel würde ich auch machen, aber noch kam kein tolles Angebot. Und irgendwas zu machen, nur um etwas zu machen, das will ich nicht“, sagt er und lacht. Würde aber Quentin Tarantino an die Tür klopfen, wäre ein „Ja, ich mach mit“ selbstverständlich. Doch Ator ist kein Träumer. Er kennt auch die bittere Realität – weiß, dass Künstler sein nicht nur viel Freizeit und gute Laune bedeutet. „Es gab Zeiten, da konnte ich nicht von meiner Musik leben, musste Aushilfsjobs machen. Es gab auch eine kurze Sinnkrise“, blickt er zurück. Er habe aber nie daran gezweifelt, dass er Musiker sein möchte.

„Mit 30 ist das natürlich alles einfacher als heute. Doch wir sind unserem Stil immer treu geblieben“, sagt er bestimmt. Treu geblieben ist er auch seiner Heimat. Wenn auch nicht oft, aber gern macht Alf Ator einen Abstecher nach Dümmer. „Unser Elternhaus wurde verkauft, aber meine Schwester hat noch einen Teil vom Grundstück behalten. Da steht jetzt ein Bungalow drauf, in dem ich dann und wann mal Urlaub mache“, erzählt Alf Ator. Doch ganz wieder nach Dümmer zurück oder gar dort den Lebensabend verbringen, das kann er sich nicht vorstellen. Berlin ist seine neue Heimat. „Aber zu Klassentreffen bin ich gern mal hier und höre mir an, was aus den Leuten geworden ist. Wenn ich einen Auftritt in der Nähe habe, kommen auch Klassenkameraden.“ So wie jetzt im Angler II. Neben Dümmeranern und Schwerinern hatten sich auch Michael und Andy aus Bad Oldesloe auf den Weg gemacht, nur um Alf Ator zu sehen. Beide sind Fans der ersten Stunde und große Freunde seines neuen Buches „The noch Besteren of Alf Ator“. „Diese Comics sind derb, aber der Hammer“, finden die Männer und kauften gleich zwei Exemplare.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen