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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 08:47 Uhr

Fechten : Schachzüge im weißen Anzug

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bei der Schweriner Fechtgesellschaft geht es nicht um Aggressionsabbau – Erfolgreiches Training beginnt im Kopf

von
erstellt am 03.Mai.2015 | 23:14 Uhr

Fechtsport erfordert hohe Konzentration, Reaktionsschnelligkeit und eine Strategie im Kopf. Darum geht es im Training nicht gleich rein in die Halle, damit die Floretts klirren. Bei Trainer Maik Schulz stehen die Bewegungsübungen und die Förderung der Beinschnelligkeit mit an erster Stelle. „Es gilt einen gewissen Bewegungsablauf zu erlernen. Der muss im Kopf sitzen und von selbst kommen“, sagt der Vereinsvorsitzende der Schweriner Fechtgesellschaft und ist mit den Augen auch schon wieder bei seinen Schützlingen im weißen Anzug. Streng sei er nicht, versichern Lucie, Ann-Sophie, Nele und Marie-Sophie. „Er ist bestimmt und das ist auch gut, denn wir wollen ja besser werden.“ Die vier jungen Mädels gönnen sich eine kurze Verschnaufpause auf der Bank. Die Schweißperlen kullern an ihren Schläfen runter bis zum Kinn. Doch die Mädels lachen noch. Schwärmen regelrecht von ihrem Hobby. „Es ist ein sehr eleganter Sport. Die Bewegungen sind sehr schön und neben dem Körper wird eben auch der Geist trainiert“, erklärt Marie-Sophie Rode. Seit zwei Jahren ist die Schwerinerin für den Bundesstützpunkt vorgesehen. Jetzt ist es soweit: Die Landesmeisterin des vergangen Jahres wechselt nach Berlin. „Wir sind hier eben nicht nur eine Freizeiteinrichtung, sondern ein Zentrum für Nachwuchsleistungssport des Deutschen Fechtbundes“, erklärt Schulz, der unter anderem zum Lehrausschuss des Fechtbundes gehört. Doch der Trainer ist auch stolz auf die kleinen Erfolge, die ersten. „Bei den jüngsten Turnierreifeprüfungen haben alle von uns bestanden“, sagt er und lächelt. Aber nur kurz. Schulz steht ungern im Mittelpunkt. Ist stets konzentriert auf seine Arbeit. Ist das der Schlüssel zum Erfolg beim Fechten? Er zuckt mit den Schultern. „Es ist wie Schach, eben nur auf der Fechtbahn“, erklärt er seine Leidenschaft. Es gehe eben nicht um Aggressionsabbau mit dem Florett, sondern um Taktik.

Die Klischees von fechtenden Burschenschaften mag er gar nicht hören. „Wir sind eine Randsportart, das stimmt. Aber mit den Rüpeln haben wir gar nichts gemein“, betont Vize-Vereinsvorsitzende Christina Rode. Auch sie kümmert sich liebevoll um den Fechtnachwuchs. „Vom Ermuntern, Trainieren über Bemuttern bis zum Trösten erstreckt sich unser Job.“ Aber eben nicht nur Kinder und Jugendliche gehören zum Verein. Auch Erwachsene, selbst bis ins hohe Alter sind dabei. „Aber wir freuen uns auch sehr über neue Interessierte“, betont Christina Rode.

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