Natur im Schweriner Umland : Saubere Seen und Wälder im Fokus

Der Lebensraum des Fischotters soll geschützt werden, er kommt am Schweriner und am Pinnower See vor.
Der Lebensraum des Fischotters soll geschützt werden, er kommt am Schweriner und am Pinnower See vor.

Management-Planung im Viererpack: Untersuchungen am Görslower Ufer, an Pinnower und Neustädter See sowie in Waldlewitz beginnen

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22. Juni 2017, 08:00 Uhr

Die Natur- und Umweltschützer in Westmecklenburg kommen beim Erarbeiten von Management-Plänen für die Flora-Fauna-Habitat-Gebiete so langsam auf die Zielgerade. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) beauftragte jetzt das Unternehmen Umwelt-Plan aus Stralsund damit, das Görslower Ufer, den Pinnower See, die Wälder in der Lewitz und den Neustädter See zu untersuchen und Vorschläge zu entwickeln, wie die Lebensräume von geschützten Tier- und Pflanzenart erhalten, entwickelt oder auch wiederhergestellt werden können. Wichtig dabei: Konflikte mit den Menschen sollen vermieden oder zumindest möglichst gering gehalten werden. Diese FFH-Gebiete müssen nicht immer oder komplett in Natur- oder Landschaftsschutzgebieten liegen. Doch dort gibt es besonders schützenswerte Lebensräume.

Am 48 Hektar umfassenden Görslower Ufer mit seinem Hang- und Schluchtenwäldern sowie am Steilufer des Schweriner Sees geht um die Waldmeister- und Leberblümchen unter uralten Buchen. Einbezogen ist ein Teil der Seefläche mit seinen Wasserpflanzen. Dort ist der Fischotter zu finden.

Zum 260 Hektar großen Pinnower See kommen noch 116 Hektar am Ufer hinzu. Das nährstoffarme Wasser bietet speziellen Pflanzen einen Lebensraum. In den Wäldern stehen neben Buchen auch Erlen und Eschen. Und hier ist neben dem Fischotter zunehmend auch der Biber zu finden.

Ganz bewusst wird beim nächsten Gebiet von den Wäldern der Lewitz gesprochen, denn das FFH-Areal umfasst fünf Teilstücke mit fast 1000 Hektar. Das sind naturbelassene Erlen-, Eichen und Buchenwälder. Bei den Tieren müssen die Forscher wieder auf Biber und Fischotter achten, aber auch auf den Juchtenkäfer.

Der Neustädter See zeichnet sich durch einen weitgehend geschlossenen Ufergehölzsaum aus. 154 Hektar werden untersucht. Das Wasser ist kalkarm und nur mäßig nährstoffreich. Die Wasservegetation wird von Glanz- und Armleuchteralgen sowie Nixenkraut dominiert, die dichte Unterwasserrasen bilden. Auch der Standling und das Wechselblütige Tausendblatt sind hier zu finden – diese beide Pflanzenarten stehen auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht. Und auch hier ist der Fischotter anzutreffen.

Die Fachleute von der Stralsunder Firma Umwelt-Plan beginnen jetzt mit der Bestandsaufnahme und den Untersuchungen. „Bis September wollen sie für jedes der vier Areal einen ersten Entwurf fertig haben“, sagt Alfons Terhalle vom Stalu. Er ist der Verfahrensbeauftragte für diese vier Projekte, nimmt Hinweise und Anregungen am Telefon 0385/59586414 oder per Mail unter alfons.terhalle@ staluwm.mv-regierung.de entgegen. Die Endfassungen sollen im September 2018 vorliegen und als Richtlinien in Kraft gesetzt werden. Zuvor gibt es einen direkten Austausch mit den Bürgern. Dabei werden Görslower Ufer und Pinnower See sowie Wälder der Lewitz und Neustädter See jeweils gemeinsam behandelt. Die Termine dafür stehen aber noch nicht fest, betont Terhalle.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern setzt mit der Erarbeitung von Managementplänen für die FFH-Gebiete eine EU-Richtlinie um. Allein in Westmecklenburg betrifft das etwa 70 Areale, davon ist der größte Teil bereits fertig oder in Arbeit. Finanziert wird die Erstellung der Managementpläne aus europäischen Töpfen und Mitteln des Umweltministeriums.

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