zur Navigation springen

Mecklenburgisches Förderzentrum für Körperbehinderte : Sandro trainiert für die Paralympics

vom

Der Silbermedaillengewinner der Paralympics von London, Torben Schmidtke, ist Sandro Westphals großes Vorbild. Denn der erfolgreiche Behindertensportler war einst selbst Schüler des Förderzentrums in Lankow.

svz.de von
erstellt am 22.Apr.2013 | 10:12 Uhr

Lankow | Der Silbermedaillengewinner der Paralympics von London, Torben Schmidtke, ist Sandro Westphals großes Vorbild. Denn der erfolgreiche Behindertensportler war einst selbst Schüler am Mecklenburgischen Förderzentrum für Körperbehinderte in der Ratzeburger Straße in Lankow.

Genau dort trainiert jetzt Sandro Westphal. Der 16-Jährige ist Schüler der 9. Klasse und übt bis zu viermal die Woche im Becken. "Ich schwimme schon seit der 1. Klasse, aber in der 4. Klasse wurde ich durch einen Freund auf das Leistungsschwimmen aufmerksam. Das hat mir gefallen, seitdem bin ich dabei", erzählt Sandro. Seine Lieblingsdisziplinen sind 50 bis 100 Meter Rücken, 50 bis 400 Meter Freistil und 100 Meter Brust. Die 200 Meter Freistil schwimmt er beispielsweise in 2,38 Minuten.

Und Sandros Eifer trägt Früchte. Schon dreimal schaffte er es mit der Mannschaft seiner Schule auf Platz zwei im Bundeswettbewerb "Jugend trainiert für die Paralympics", einmal sogar auf Platz eins. Auch weitere der insgesamt 225 Schüler des Förderzentrums sind sportlich erfolgreich. "Wir nehmen mit unseren Schwimmern regelmäßig an den Landesmeisterschaften des Behindertensportverbandes teil und besuchen auch die Meisterschaften der benachbarten Bundesländer wie Berlin, Brandenburg, Sachsen oder Niedersachsen", sagt Trainer Gunnar Müller. Werden die Normzeiten erreicht, qualifizieren sich seine Schützlinge für die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften und die internationalen Deutschen Meisterschaften der Behindertensportler, die jedes Jahr ausgetragen werden. Dabei erkämpfte Sandro Westphal schon mehrere Medaillen. Er schaffte es zweimal ins Jugendfinale der zehn besten Nachwuchsschwimmer Deutschlands. Vor sechs Monaten erhielt er erstmals die Einladung für einen Sichtungslehrgang für den Nachwuchskader.

Und da beginnt Sandros Problem: Die Trainingsbedingungen in Schwerin sind nämlich unzureichend und haben sich durch die Schließung der Dreescher Schwimmhalle weiter verschlechtert, berichtet Sportlehrer Müller. Bisher trainiert Sandro im kleinen Becken der Förderschule und in der Lankower Halle, in der sein Trainer nach Absprachen mit den beiden Schweriner Schwimmvereinen Sonderübungszeiten für ihn bekommen konnte. Doch langfristig reicht das nicht. Ein Wechsel ist notwendig. Talentierte Schüler früherer Jahrgänge des Förderzentrums wie Torben Schmidtke oder Klaus Steinhauer sind nach Berlin oder Potsdam gegangen. Da Sandro Westphal Landeskader MV ist, würde ihn der Landestrainer für Körperbehinderte gern im Rostocker Leistungszentrum haben. Doch ein Umzug des 16-Jährigen in die Hansestadt stellt seine Familie vor Probleme. Als Sozialministerin Manuela Schwesig davon hörte, signalisierte sie sofort Unterstützung - und spornte zugleich Sandro zu sportlichen Höchstleistungen an. "Wir wollen in unserem Land Talente unabhängig vom Geldbeutel fördern. Deshalb werden wir geeignete öffentliche und private Möglichkeiten suchen. Wir finden eine Lösung", versprach sie dem jungen Schwimmer bei einem Besuch im Förderzentrum.

"Wir bieten an unserer Schule mit Ganztagsbetreuung 13 Sportarten an", sagt Schulleiterin Marion Dombrowski. "Die spezielle Sportförderung erfolgt in Kooperation mit dem Verband für Behinderte- und Rehabilitationssport Rostock in den Sportarten Schwimmen, Leichtathletik und Segeln sowie als so genannte B-Sportarten Tischtennis und Rollstuhlbasketball", berichtet die Schulleiterin. An allen bisherigen Bundesausscheiden des Wettbewerbs "Jugend trainiert für die Paralympics" hätten ihre Schützlinge erfolgreich teilgenommen.

Für die Sportarten Tischtennis und Rollstuhlbasketball beginnt das Bundesfinale morgen in Berlin, und ein Rollstuhl-Team aus Schwerin ist mit dabei. Die Schwimmer vom Förderzentrum mit Sandro an der Spitze müssen sich indes noch etwas gedulden, für die Sportarten Leichtathletik und Schwimmen wird das Finale erst vom 22. bis 26. September ausgetragen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen