Schwerin : Sandra kocht für Deutschland

Der Fisch für die Vorspeise: Sandra Hofer holte sich Tipps bei Holger Mootz vom Weinhaus Uhle.
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Der Fisch für die Vorspeise: Sandra Hofer holte sich Tipps bei Holger Mootz vom Weinhaus Uhle.

Junge Bayerin bereitet sich in Schwerin auf die Weltmeisterschaft der Köche in Malaysia vor

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12. Februar 2018, 05:00 Uhr

Sandra Hofer zögert nicht lange. Beherzt holt sie den vier Kilogramm schweren Heilbutt aus seiner eisigen Verpackung, rückt ihn für ein Foto ins optimale Licht. Aus dem Fisch wird sie später die Vorspeise für ein exquisites Drei-Gänge-Menü herstellen. Sandra kocht für Deutschland. Die 21 Jahre alte Bayerin vertritt die Bundesrepublik bei der Weltmeisterschaft der Jungköche, die im Juli in Malaysia ausgetragen wird. Am Wochenende holte sie sich Tipps bei Holger Mootz, Chef de Cuisine im Weinhaus Uhle in Schwerin.

Mootz ist Jugendwart  im Landesverband Nord des Verbands der Köche Deutschlands. Er habe gern die Aufgabe übernommen, Sandra auf ihren großen Auftritt vorzubereiten, sagt er. „Dabei geht es zunächst darum, das Menü zu entwickeln, festzulegen, was auf den Teller kommt.“ So gäbe es zwar Vorgaben wie den Fisch für die Vorspeise, Kalb für den Hauptgang und Tee und Sahne für das Dessert, doch könne jeder Teilnehmer bei der WM selbst entscheiden, was er daraus mache.

Sandra Hofer, die im Sternerestaurant Geisels Werneckhof in München arbeitet, hat mit ihren Kochkünsten schon die Jurys auf Landes- und Europa-Ebene überzeugt. „Die Weltmeisterschaft ist aber noch einmal etwas ganz Besonderes“, betont sie. Teilnehmer aus zehn Ländern werden bei der WM in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur an den Start gehen.

Deutschlands beste Jungköchin rechnet mit einer starken Konkurrenz. „Die größte Herausforderung wird die Zeit sein“, erklärt Sandra Hofer. Vier Stunden hat sie zur Verfügung, um das Drei-Gänge-Menü für vier Personen zuzubereiten. Nach exakt drei Stunden muss sie die Vorspeise servieren, dann im Abstand von jeweils einer halben Stunde den Hauptgang und das Dessert. Wer die Zeiten nicht einhalte, habe den Sieg praktisch schon verspielt, so die 21-Jährige.

Doch Sandra Hofer setzt sich nicht unter Druck. „Ich koche aus Leidenschaft“, sagt sie. Auch die Teilnehme an Wettbewerben mache ihr bei allem Stress jede Menge Spaß. Köchin zu werden, diese Entscheidung habe sie schon als Schülerin getroffen, erzählt die gebürtige Landshuterin. „Als ich knapp drei Jahre alt war, bekam ich eine kleine Küche aus Kunststoff. Vielleicht war das der Auslöser.“

Damit in der großen Küche in Kuala Lumpur jeder Handgriff sitzt, wollen sich Sandra und Holger Mootz noch ein paar Mal treffen. Dabei werden sie gewiss auch noch an dem Menü feilen, um die internationale Jury zu begeistert. „Ein asiatischer Gaumen testet anders als ein europäischer“, sagt Mootz.

Und was kocht Sandra privat am liebten? „Selbst gemachte Pasta“, verrät sie.

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