Holthusen : Samtpfoten suchen ein Zuhause

Sehr ängstlich sind die Katzen – brauchen viel Liebe.
Sehr ängstlich sind die Katzen – brauchen viel Liebe.

Zwei Katzen und drei Kater haben Unterschlupf in der Tierpension Holthusen gefunden, nachdem das Tierheim in Plau geschlossen wurde

svz.de von
10. Januar 2018, 21:00 Uhr

Ulli, Jenny, Jana, Ujak und Puschel. Eine verschworene Gemeinschaft. Etwas scheu und mit großen, teilweise grünen Augen schauen sie jeden Besucher an, der sie in ihrem neuen Heim in Holthusen besucht.

Ulli, Jenny, Jana, Ujak und Puschel sind Katzen. Und die Tierpension Kleine Oase in Holthusen soll nur ihr Zuhause für den Übergang sein, denn Pensionsleiterin Doris Schiemann sucht ein neues Heim für die getigerten und marmorierten Vierbeiner. „Wir suchen für die fünf Katzen ein Zuhause mit Freigang. Wirklich ideal wäre ein Bauernhof, ein Stall oder ein ähnliches Gelände, auf dem sie sich frei bewegen können“, sagt Doris Schiemann. Denn die Samtpfoten sind „keine Schmusekatzen, aber dennoch ein Traum“. Gechipt, geimpft, entwurmt und kastriert.

Doch die Umstände, weswegen die fünf scheuen Tiere bei Doris Schiemann gelandet sind, sind alles andere als ein Traum. Denn die drei Kater und zwei Katzen kommen aus einem Tierheim in Plau am See. Die Inhaberinnen des Tierheimes mussten nach fast 25 Jahren Betriebszeit ihre Pforten schließen. Der Grund: Insolvenz – verursacht durch einen Betrüger, wie Doris Schiemann von dem Fall der beiden Frauen berichtet. „Nachdem das Ende der Tierstation Plau am See klar war, sind die beiden Frauen auf uns zugekommen und haben gefragt, ob wir Tiere übernehmen können“, so die Holthusener Pensionsleiterin. Finanzielle Not sieht Schiemann immer wieder im Bereich des Tierschutzes. Denn der Kampf für das Wohl der Tiere ist alles andere als leicht, gut bezahlt oder solide unterstützt. Gemeinsam mit ihrem Mann und festangestellten Mitarbeitern betreibt sie seit vielen Jahren eine Tierpension zwischen Holthusen und Sülstorf, seit knapp acht Jahren nimmt sie auch Tiere in Not auf. „Wenn wir die Pension nicht hätten, wäre für uns auch der Betrieb einer Notunterkunft schwierig“, so Schiemann. Die Eheleute engagieren sich mit Herzblut für Vierbeiner, wohnen nicht nur auf dem Gelände der Tierpension, sondern haben selbst Haustiere.

„Tierschutz ist ein 24-Stunden-Job. Man ist immer ein Ansprechpartner und muss wissen, auf was man sich einlässt“, sagt Doris Schiemann. Würde man so etwas rein ehrenamtlich betreiben, gehe das nur bis zu einem gewissen Punkt gut, denn es sei auf Dauer eben auch eine Belastung. Immer wieder erlebt sie es, dass das Bewusstsein für ein eigenes Tier nicht da ist. Wenn man kein „Bock mehr auf das Tier hat, dann kommt es eben ins Tierheim“, erzählt Schiemann von manchen Einstellungen der Tierhalter. Eine Erwartungshaltung, die das Arbeiten in Sachen Tierschutz schwieriger macht. Denn nicht jedes Tier ist ein Notfall und eigene Verantwortung gehöre eben dazu, wenn man Haustiere haben möchte, äußert sich Doris Schiemann.

Verantwortung hat die Holthusenerin erst einmal für Ulli, Jenny, Jana, Ujak und Puschel übernommen. Kater und Katzen sind alle um die drei bis zwei Jahre alt. Ulli, Jenny und Ujak sind grau getigert, Jana und Puschel marmoriert. Mit großen Katzenaugen halten die Samtpfoten derzeit Ausschau nach neuen und verantwortungsbewussten Besitzern.



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