zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

15. Dezember 2017 | 14:50 Uhr

Lecker: : Saftiges aus der Presse

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hobbygärtner können in Plate wieder Äpfel gegen Getränke tauschen oder eigenen Most herstellen lassen

svz.de von
erstellt am 08.Sep.2014 | 23:57 Uhr

Drei Säcke voller Äpfel liegen im Kofferraum des Wagens von Familie Becker. „Die haben wir heute früh von unseren drei Bäumen geholt“, sagt Gabi Becker, während ihr Mann Wilfried das Obst auf das Fließband kippt. 138 Kilogramm hat die Waage der Apfelannahmestelle in der Gärtnerei Rasch in Plate gezeigt – und diese Kilo tauschen die Beckers in Saft ein. Bananen-, Kirsch- und Orangensaft. 25 Liter in Elo-Paks werden wieder im Kofferraum verstaut. „Im vergangenen Jahr fiel unsere Ernte viel höher aus“, sagt Gabi Becker. Trotz der diesmal geringeren Ausbeute: Das ist genügend Saft für die Enkelkinder.

500 Tonnen hat Gärtnerei-Besitzer Peter Rasch schon einmal eingesammelt, bevor sie abgeholt wurden, um im Werk der Firma Dodow Fruchtquell – heute Riha – verarbeitet zu werden. „Das war im Rekordjahr 2008“, sagt Peter Rasch. In diesem Jahr rechnet er mit rund 250 Tonnen, was dem Durchschnitt der vergangenen Jahre gleichkäme. Wer keinen Saft mitnehmen möchte, der kann seine Äpfel auch gegen Bargeld eintauschen. „Acht Euro gibt es pro 100 Kilo“, sagt Mitarbeiter Bodo Schadwill. Er packt seit Anfang vergangener Woche mit an, wenn die Apfellieferungen kommen. „Wir hatten auch schon einen Kunden, der brachte gleich 1,1 Tonnen vorbei. Bei diesen Größenordnungen wird auch schon mal gerne das Bargeld genommen“, weiß Schadwill. Im September und Oktober haben Kleingärtner die Gelegenheit, die Früchte von den Apfelbäumen verwerten zu lassen.

Die Dodower haben in Westmecklenburg und in der Prignitz Partner, die die Äpfel annehmen. In Dodow wird aus den Äpfeln Most gemacht. Die meisten Früchte stammen von den Plantagen der Firma, doch ein Fünftel kommt über den Ankauf in der Region herein.

Wer Äpfel in Plate, Am Preister Acker 12, anliefern möchte, der kann dies werktags (außer mittwochs) von 9 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 9 bis 12 Uhr machen. Weitere Apfelannahmestellen für den Dodower Betrieb ist die Raiffeisen-Handelsgenossenschaft in der Industriestraße von Gadebusch und in der Nähe des Rehnaer Bahnhofes.

Gärtner Peter Rasch bietet seit dem vorigen Jahr aber noch eine zweite Möglichkeit für Kleingärtner, die selbst geernteten Äpfel zu verwerten. Neben der Annahmestelle auf dem Gelände der Gärtnerei steht ein Pavillon. Durch die Glasscheiben fällt Tageslicht auf die große silberne Saftpresse. Mit Hilfe dieser Maschine kann das Obst gepresst und in Saft-Kartons gefüllt werden. Dafür bekommt Rasch Geld von den Kunden, die gerne das trinken wollen, was im eigenen Garten gewachsen ist. „Aus 100 Kilogramm Äpfeln werden rund 60 bis 80 Liter gepresst“, weiß der Gärtner, der im vergangenen Jahr rund 20 Tonnen Äpfel durch die Presse drückte.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen