Zeit zu Handeln : Rugenseer über Raser erbost

Lutz Kahrau und Dieter Ratajczak (r.) sind schockiert:  An dieser Hecke unmittelbar an der Bushaltestelle kam das verunglückte Auto zum Stehen. Sie wohnen ganz in der Nähe.
Lutz Kahrau und Dieter Ratajczak (r.) sind schockiert: An dieser Hecke unmittelbar an der Bushaltestelle kam das verunglückte Auto zum Stehen. Sie wohnen ganz in der Nähe.

Jüngster Unfall in der Ortsdurchfahrt brachte für Lutz Kahrau das Fass zum Überlaufen: Er fordert Landkreis zum Handeln auf

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06. März 2015, 22:00 Uhr

Lutz Kahrau ist noch immer bestürzt, wenn er an den jüngsten Unfall in Rugensee denkt: Ende Februar ist ein Auto in eine Grundstückshecke gerast, hat Teile eines Maschendrahtzauns meterlang mitgerissen und kam erst unmittelbar an einer Bushaltestelle zum Stehen. Anwohner hatten den Krach gehört und waren zur Unfallstelle geeilt. SVZ hatte über den Unfall ausführlich am 21. Februar berichtet. Der Fahrer soll betrunken gewesen sein.

Für Anwohner Lutz Kahrau ist das Maß voll. „Einen Zaun kann man leicht ersetzen. Aber was ist, wenn es hier mal zu einem folgenschweren Unfall mit Verletzten kommt? Das ist doch nur eine Frage der Zeit“, meint der 59-Jährige. Er fordert schon seit längerem Unterstützung vom Landkreis Nordwestmecklenburg. Denn die Straße, die von der B 106 bei Lübstorf über Rugensee in Richtung Alt Meteln führt, ist eine Kreisstraße. In der Ortslage ist Tempo 50 erlaubt. Das Problem: Viele halten sich nicht daran. Die Straße führt aus beiden Richtungen abschüssig in eine Senke, das beflügele so manchen Autofahrer zusätzlich. Zudem hat die Ortsdurchfahrt zwei gefährliche Kurven, sagt Lutz Kahrau. Das würden etliche Fahrer unterschätzen, meint auch Dieter Ratajczak aus Rugensee, der ebenfalls in dieser Straße wohnt. Wer sich die Straßenbäume im Kurvenbereich genauer anschaue, stelle schnell fest, dass etliche beschädigt sind – von verunglückten Autos. Er höre schon am Motorengeräusch, ob jemand mit angemessenem oder überhöhtem Tempo fährt. Ist Letzteres der Fall, versuche er, möglichst schnell, in einen Seitenweg zu gehen. Besorgt seien vor allem Eltern. An der Bushaltestelle, in deren Nähe der letzte Unfall passiert ist, steigen auch Schulkinder ein und aus.

„Das ist eine gefährliche Kurve zur Senke“, sagt Sylvia von Rahden. Hier würden viele zu schnell unterwegs sein. Dass bislang nichts Schlimmeres passiert ist, sei ein großes Glück. Sie würde es sehr begrüßen, wenn der Landkreis handelt. Und sie überlege, wie sie das Thema Verkehrssicherheit in Rugensee auch im Elternrat der Schule Lübstorf ansprechen kann. Vorschläge, wie auf die Verkehrssicherheit Einfluss genommen werden kann, haben Lutz Kahrau und Dieter Ratajczak gleich mehrere: Geschwindigkeitskontrollen, stationäre Tafel, die das gefahrene Tempo anzeigt, Verkehrsschild „Gefährliche Kurve“. Und warum nicht auch einen Blitzer aufstellen?“ Das fragt Lutz Kahrau. An der B 106 stehen gleich zwei Blitzer – einer am Abzweig Klein Trebbow in Fahrtrichtung Schwerin und einer kurz hinter dem Ortseingangsschild von Lübstorf in Fahrtrichtung Wismar. Ob ein Blitzer an der letztgenannten Stelle wirklich sinnvoll ist, bezweifle er. In der Ortslage Rugensee wäre der seiner Ansicht nach angebrachter.

Der Landkreis selbst hat die Ortsdurchfahrt nicht als Unfallschwerpunkt eingestuft. Auf SVZ-Anfrage teilt die Pressestelle mit, dass Kontrollen punktuell in der Vergangenheit durchgeführt wurden. „Konkrete Gefahrenwerte liegen nicht vor und sind auch nicht bekannt.“ Die Kurvenradien seien zur Gewährleistung der innerörtlichen Geschwindigkeit von Tempo 50 ausgelegt. Nach dem Ausbaus der Straße vor zirka zehn Jahren lagen zwar Anfragen auf Änderung der innerörtlichen Geschwindigkeit von 50 auf 30 km/h vor. Diese wurden aber abgelehnt. Neuere Anfragen seien nicht bekannt. Der Kreis wolle jetzt eine verdeckte Messung, also eine Verkehrszählung, in Rugensee veranlassen. Daraus werde ersichtlich, wie viele Fahrzeuge das Dorf in beiden Richtungen durchfahren und wie schnell tatsächlich gefahren wird. Nach Auswertung der Daten kann entschieden werden, wann Messungen einen verkehrserzieherischen Effekt bringen könnten, so der Kreis.

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