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Hilfe im Notfall : Ruf 112: Die Schaltzentrale der Lebensretter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Disponenten in der Integrierten Rettungsleitstelle Westmecklenburg koordinieren jeden Tag hunderte von Einsätzen

Geschäftiges Treiben herrscht bereits am Vormittag in der Rettungsleitstelle Westmecklenburg. Lagedienstführer Matthias Motzkus schaut auf mehrere Monitore gleichzeitig, spricht in sein Headset mit einem Anrufer. Ein Notfall ist wieder einmal an diesem Vormittag bei der Rettungsleitstelle eingegangen. Jetzt muss der Leitstellendisponent innerhalb weniger Sekunden alles genau abfragen und dabei auch noch Ruhe bewahren. „Die Arbeit in der Leitstelle ist für unsere Mitarbeiter eine hohe psychische Belastung“, erzählt Dr. Jörg Allrich, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst der Region Westmecklenburg. Doch Matthias Motzkus bleibt ruhig, kennt er die Arbeit doch aus dem Effeff. Seit zehn Jahren arbeitet er bereits in der Rettungsleitstelle mit Sitz in Schwerin, davor war er im Rettungsdienst tätig. „Ich weiß genau, worauf es ankommt, wenn bei uns ein Notruf reinkommt“, sagt er.

Als Leitstellendisponet koordiniert er nicht nur die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, sondern auch die Rettungsfahrzeuge. Matthias Motzkus und seine Kollegen entscheiden, welcher Rettungswagen (RTW) in Sandhof, Marnitz, Probst Jesar oder Schlagsdorf eingesetzt wird, wenn ein Unfall passiert ist. Diese Frage stellte kürzlich Christa Birk aus Sandhof am Heißen Draht der SVZ.

Seit 2005 ist die Integrierte Leitstelle Westmecklenburg die Schaltstelle der Feuerwehr. Die Disponenten koordinieren die Aufgaben des Rettungsdienste, des Brand- und Katastrophenschutzes sowie die sonstigen Notdienste für die Region Westmecklenburg. „Unsere Disponenten in der Leitstelle fragen alles ab und geben dies parallel in den Computer ein. Dann entscheiden sie, welches Einsatzfahrzeug zu dem Notfall alarmiert und rausgeschickt werden muss“, erklärt Jürgen Rogmann, Leiter des Amtes für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungsdienst. Die Leitstelle ist zu jeder Zeit mit den Einsatzfahrzeugen in Kontakt. „Wenn etwas unklar ist, fragen unsere Mitarbeiter nach“, erläutert Matthias Motzkus.

„Feuerwehr Rettungsdienst. Wo genau ist der Unfall“, fragt Matthias Motzkus, als erneut ein Notruf reinkommt. Ein siebenjähriger Junge hat sich in einer Parchimer Kita eine Schnittverletzung am Fuß zugezogen. In weniger als einer Minute hat Leitstellendisponent Motzkus einen in der Nähe befindlichen RTW zur Kita beordert. „Wenn in der unmittelbaren Nähe einmal alle Fahrzeuge bei einem Einsatz sind, wird das Fahrzeug alarmiert, das am dichtesten ist“, erklärt Matthias Motzkus. Beispiel: Wenn in Wooster Teerofen ein Unfall passiert, wird die DRK-Rettungswache in Goldberg alarmiert. Sind die Kollegen bereits alle zum Einsatz, kann der RTW auch aus Parchim oder Plau am See kommen, auch der Notarzt kann von einem ganz anderen Standpunkt zum Einsatzort kommen. Diese Einsatztaktik wird Rendezvous-System genannt. Dabei erfolgt die Anreise des RTW, des Notarztes und des Notarztzubringers zum Einsatzort getrennt.

Erschwert wird die Arbeit der Rettungsleitstelle, wenn der Notruf über Dritte in der Leitstelle eingeht. „Viele Notrufe werden neuerdings von der neuen Behördennummer 115 entgegengenommen. Das erschwert nicht nur unsere Arbeit, sondern bedeutet auch erheblichen Zeitverlust, um die zuständigen Rettungsfahrzeuge zu alarmieren“, erklärt der Schweriner Amtsleiter Jürgen Rogmann. „Unsere Disponenten sind geschult und können den Anrufer bei einem Notfall beruhigen. Also: Bei einem Notfall immer die 112 anrufen“, verdeutlicht der Amtsleiter noch einmal eindringlich. Denn im Ernstfall können tatsächlich Sekunden über Leben oder Tod entscheiden.


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