Schwerin : Rückkehr der Bettwanzen

Die etwa ein bis acht Millimeter großen Bettwanzen saugen nachts Blut.
Die etwa ein bis acht Millimeter großen Bettwanzen saugen nachts Blut.

Nächtliche Blutsauger befallen Schweriner Wohnung

svz.de von
19. Juli 2018, 20:35 Uhr

Sie sind klein, rostrot bis dunkelbraun und für ihre Bekämpfung müssen mehrere Wochen einkalkuliert werden: Bettwanzen. In Deutschland waren sie nahezu ausgerottet, aktuell breiten sie sich laut Umweltbundesamt aber wieder aus. Auch in der Region gibt es immer wieder Fälle. Einen besonders starken Befall gibt es derzeit in einer Schweriner Mietwohnung.

Barbara Borkmann ist 76 Jahre alt und hat Pflegestufe zwei. Der mobile Pflegedienst kommt täglich. Nach einiger Zeit fielen den Pflegern an Barbara Borkmann Pusteln auf. Bis der Verdacht auf Bettwanzen kam, dauerte es jedoch noch so lange, bis die ganze Wohnung von den kleinen Tierchen befallen war. Barbara Borkmanns Schwiegertocher Andrea Mulert holte die 76-Jährige aus der Wohnung. Die Wohnungsverwaltung des Vermieters Intown Property Management wurde informiert.

Diese wandte sich an einen örtlichen Schädlingsbekämpfer, der sich die Situation ansah. Er spricht von einem „schweren Befall“. Drei Bekämpfungen seien nötig, ließ eine Intown Hausverwalterin die Pflegebedürftige wissen. Kosten: etwa 250 Euro – pro Bekämpfung. Zusätzlich sei eine komplette Reinigung der Wohnung nötig. Sie schätzt die Kosten auf etwa 500 bis 700 Euro.

Die Vermieter forderten Borkmann auf, einen Kammerjäger zu engagieren. Nur kann sie sich die geschätzten 1 250 Euro nicht leisten. Sie möchte, dass Intown die Kosten trägt.

„Derjenige, der Ursachen gesetzt hat oder zu spät auf eine Mängelanzeige reagiert, muss die Schädlingsbekämpfung vornehmen lassen und bezahlen“, sagt Dr. Jürgen Fischer vom Mieterbund Schwerin. Bei der Frage nach dem Verursacher, sind sich die Parteien nicht einig. Andrea Mulert argumentiert, dass ihre Schwiegermutter aufgrund ihrer Pflegestufe die Wohnung kaum verlasse und die Bettwanzen daher nicht eingeschleppt haben kann. Ein Befall hat zudem nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Intown sieht sich auch nicht in der Verantwortung.

Dennoch hat die Hausverwaltung mittlerweile einen Schädlingsbekämpfer beauftragt. „Wir machen das aufgrund unserer Fürsorgepflicht“, sagt Sascha Hettrich. Der Geschäftsführer von Intown möchte seine Mieterin auch nicht hängenlassen. „Wir werden eine Lösung finden, die für beide Seiten verträglich sein wird.“ Bis die Wohnung wieder bezugsfertig ist, werden aber noch mehrere Wochen vergehen.

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