zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

16. Dezember 2017 | 02:22 Uhr

Schwerin : Rosenhospiz-Verein pleite

vom

Der Verein Rosenhospiz hatte große Pläne. Doch der Traum scheint ausgeträumt. Das Insolvenzverfahren wurde eröffnet, denn der Verein ist zahlungsunfähig. Das bestätigte das Amtsgericht.

svz.de von
erstellt am 18.Jan.2012 | 11:59 Uhr

Schwerin | Der Verein Rosenhospiz hatte große Pläne. "Wir wollen in Schwerin ein stationäres Hospiz insbesondere für Kinder und Jugendliche errichten." Mit diesem Versprechen zog die Vorsitzende Margrit Rosenthal jahrelang durch die Stadt, warb bei Geschäftsleuten und Privatpersonen um Spenden. Doch der Traum scheint ausgeträumt: Der Verein ist zahlungsunfähig. "Das Insolvenzverfahren wurde eröffnet", bestätigt Michael Aschoff, Richter am Amtsgericht in der Landeshauptstadt, auf Nachfrage unserer Zeitung.

"Der Betrieb des Vereins Rosenhospiz ist stillgelegt", sagt der Schweriner Rechtsanwalt Marc Odebrecht, der zum Insolvenzverwalter bestellt worden war. Patienten, die der Verein ambulant betreut habe, seien anderen Pflegeeinrichtungen übergeben worden. Zu den Gründen für die Insolvenz will sich Odebrecht nicht äußern. Er spricht von einem vergleichsweise "kleinen Verfahren", das nun nach den Regeln des Gesetzes abgewickelt werde.

Am bisherigen Sitz des Vereins Rosenhospiz in der Voßstraße in der Paulsstadt leuchtet noch das Vereins logo. Als Botschafterin der Nächsten liebe war Margrit Rosenthal einst ausgezeichnet worden. Die Initiative "Verbundnetz der Wärme" würdigte mit der Ehrung das Engagement der Vereinsvorsitzenden für schwerstkranke Kinder und deren Angehörige. Unermüdlich sammelte die Schwerinerin Geld für die Operationen von kleinen Patienten, stellte den Kontakt zu Medizinern her, organisierte Benefiz-Veranstaltungen und Workshops.

Mit Unterstützung des Vereins Rosenhospiz wurde beispielsweise die junge Rina aus Moldawien, die schwere Verbren nungen erlitten hatte, in der Landeshauptstadt operiert (wir berichteten). Mehrfach lud der Verein außerdem Kinder aus der Region Tschernobyl nach Schwerin ein, um ihnen unbeschwerte Tage bei einem Besuch im Schloss oder einer Dampferfahrt zu ermöglichen.

Ehrenamtliche Hospizhelfer und Familienbegleiter wurden durch den Verein Rosenhospiz ausgebildet. Um zusätzliche Mittel für seine Arbeit zu bekommen, öffnete der Verein ein Charity-Geschäft in der Schusterstraße. Schulranzen, Turnbeutel, Federtaschen und weitere Accessoires wurden im Laden verkauft.

Das große Ziel von Vereinschefin Margrit Rosenthal blieb die Errichtung eines stationären Hospizes. Eine entsprechende Stiftung befinde sich in der Gründung, hatte sie in Interviews immer wieder betont.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen