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Ostrocker präsentieren neues Album in Schwerin : Rockhaus hat "Treibstoff" dabei

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Rockhaus das sind für viele immer noch die Jungs, die mal die Puhdys ablösen wollten. Die mit "Bonbons und Schokolade" oder "Ferien mit Helene" erfolgreich waren. Aus den jungen Rockern sind gestandene Musiker geworden.

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erstellt am 08.Mär.2012 | 11:58 Uhr

Berlin | Rockhaus das sind für viele immer noch die Jungs, die mal die Puhdys ablösen wollten. Die mit "Bonbons und Schokolade" oder "Ferien mit Helene" im DDR Rundfunk erfolgreich liefen. Ja, das sind und waren sie auch.

In der Zwischenzeit sind aus den jungen Rockern gestandene Musiker geworden. Sänger Mike Kilian komponierte zum Beispiel für die Prinzen oder Edo Zanki und sang für Sabrina Setlur. Reinhard oder besser gesagt "Herr Petereit" ist ständiger Gastgitarrist bei Silly. Und "Heinz Angel" Michael Haberstroh bedient die Schießbude neben Rockhaus auch bei den "Ossis" oder der "Puhdys-Drums-Show". Carsten Mohren, "beathoven" genannt, ist nicht nur an den Tasten erfolgreich, sondern komponiert und produziert unter anderem für Karat, die Puhdys oder Dirk Michaelis. Bassist Reinhardt Repke dürfte vielen von seinem Projekt "Club der toten Dichter" ein Begriff sein. Ingo York (Griese) arbeitete in den letzten Jahren in den USA unter anderem mit Liza Minelli und Neil Diamond. Er war zwar noch auf der Ost-Rock Klassik-Tour mit Rockhaus auf der Bühne und ist auch für Ulla Meinecke aktiv. Auf der neuen CD ist er aber nicht mehr vertreten.

Studiotermin vor einigen Wochen

Rockhaus in der letzten Phase der Entstehung ihres neuen Albums "Treibstoff": Im neuen Studio von Rainer Oleak in Berlin Hoppegarten präsentieren die Musiker einige neue Songs. "Willkommen im Schlaraffenland", grüßt Mike Kilian. Hatte das alte Studio in Schöneiche schon großartige Möglichkeiten für die Musiker geboten, so finden sie in der im vergangenen Jahr fertiggestellten Tonscheune Oleak alles, was das Herz begehrt. Von neuester Technik, verschiedensten Instrumenten bis zur kleinen Küche ist alles vorhanden. Und trotzdem oder gerade da rum hat sich Produzent Oleak für eine außergewöhnliche Form entschieden. Alle Aufnahmen wurden mit einer 30 Jahre alten Bandmaschine aufgenommen. Ohne den Raum zu verändern, hat die Band gespielt, wie bei einer Probe. Gerade, ohne Spielereien und Mätzchen, ohne Glasscheibe. Rockhaus rockt eben. Und das erkannte Oleak, der alte Fuchs und Musiker, der selbst einst bei Neumis Rock Circus und Datzu aktiv war, mit Reinhard Lakomy eine Platte aufnahm und auch heute noch für viele TV- und Kinofilme die Musik schreibt. Natürlich wurde anschließend noch nachgearbeitet.

Aber der Hörer soll in den vollen Genuss kommen, die Band so zu erleben, wie sie wirklich spielt. Oleak bezeichnet sein Studio auch als Hobbyraum, wo er, wie bei einer Modelleisenbahn, statt der Hänger und Weichen, mit Tönen, Effekten und Tricks arbeiten kann. "Es gibt immer wieder unplanbare Momente, wo ich meinem Spieltrieb freien Lauf lassen kann. Vor allem die Attitüde dieses Aufnahmemoments festzuhalten, den Live-Charakter einzufangen, hat mir besonderen Spaß gemacht." Und diese Freude, die er bei seiner Arbeit verspürt, überträgt sich auch auf seine Gäste. "Wir sind unwahrscheinlich gern hier", sagt Heinz Angel, der sich eben noch ein Brötchen genehmigt. "Schade, dass es bald vorbei ist."

Nun ist das Album mit 13 Titeln bei BuschFunk erschienen. Alle Musiker brachten sich in Gesang und Komposition ein, wobei sich Kilian und Petereit die Arbeit an den Texten teilten. Eine rockige CD, mit nachdenklichen Texten, die man trotzdem laut hören sollte.

Morgen spielt Rockhaus um 21 Uhr im Schweriner Speicher.

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