Schlosspark Wiligrad : Rhododendren im Stress

Gesunde, absterbende und tote Triebe an einem Strauch: Dietmar Braune zeigt einen kranken Rhododendron. Was genau der Pflanze fehlt, wird derzeit untersucht.
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Gesunde, absterbende und tote Triebe an einem Strauch: Dietmar Braune zeigt einen kranken Rhododendron. Was genau der Pflanze fehlt, wird derzeit untersucht.

Absterben von etwa 50 Büschen im Wiligrader Schlosspark bereitet Gärtnern Sorgen – Suche nach Ursachen läuft

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31. Mai 2018, 12:00 Uhr

Die Rhododendron-Blüte im Schlosspark von Wiligrad fiel in diesem Jahr kürzer und leider nicht so üppig aus. „Wir haben sogar um die 50 Sträucher verloren“, berichtet Dietmar Braune, Dezernent bei der gerade erst geschaffenen Landesbehörde für die staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen. Stellenweise ist es sogar so schlimm, dass es „das Herz eines jeden Pflanzenliebhabers bedrücken muss“, räumt Braune ein. So droht auf dem ehemaligen Bunkergelände ein Totalausfall. „Wahrscheinlich liegt das an dem gestörten Untergrund, obwohl wir nach dem Abriss der beiden Bunker und vor dem Pflanzen der Rhododendren die Erde ausgetauscht hatten.“

Doch das allein kann nicht die Ursache sein, zumal auch an anderen Stellen im 19 Hektar großen Schlosspark Rhododendren absterben. „Dabei waren alle Pflanzen gut ins neue Jahr gekommen, vermittelten eine vitalen Eindruck“, berichtet der Gartenbauexperte. Doch dann kam zu Ostern der Winter zurück – mit leichtem Frost und heftigem Schneefall. Anschließend ging es in die noch anhaltende Hitzeperiode. „Die Pflanzen geraten unter Stress, werden geschwächt und anfälliger“, fügt Dietmar Braune an. Und jede Pflanze reagiert anders. Das sei gut zu erkennen. Denn einige Rhododendren stehen in voller Blüte, an anderen Sträuchern gehen die Knospen nicht richtig auf, einige Büsche sterben ab. Und dann gibt es sogar Rhododendren, an denen diese drei Dinge zeitgleich zu beobachten sind. „Das sieht sehr nach einem Pilzbefall aus“, erläutert Braune. Doch das ist vorerst nur eine Vermutung. Um diese Diagnose zu bestätigen, hat sich die Landesbehörde ans Pflanzenschutzamt in Rostock gewandt. Das Ergebnis der Untersuchung dort steht noch aus.

Untätig sind die Wiligrader Gärtner deshalb aber nicht. „Als die ersten Schäden auftraten, haben wir die betroffenen Büsche nicht einfach ausgetauscht“, erzählt Braune. Vielmehr haben die Gärtner versucht, jeden Strauch zu retten. So wurden kranke Triebe zurückgeschnitten – in der Hoffnung auf einen neuen Austrieb. Doch es wurde nicht besser. Dabei erhält jeder Rhododendron derzeit pro Tag 30 bis 40 Liter Wasser. Auch die anderen Pflanzen werden gegossen und gepflegt. „Auch wenn es immer wieder Kritik gibt, dass wir nicht unter den jungen Buchen mähen“, fügt Braune an. Doch das geschieht bewusst, dort soll ein Waldpark heranwachsen.

Im Wiligrader Schlosspark gibt es rund 1000 Rhododendren. Exakt 1000 Stück wurden 2014, am Ende der dreijährigen Parksanierung, gepflanzt. Gemeinsam mit den eindrucksvollen, alten Gehölzen am Schlossteich, die seit dem Schlossbau am Ende des 19.  Jahrhunderts dort zu finden sind, sollten die Rhododendren die Leitpflanze des gesamten Parks werden. „Daran halten wir auch fest“, betont Braune. Und für ihn ist die etwa drei Millionen Euro teure Parksanierung auch weiterhin ein gelungenes Projekt. „Das ist jetzt unser erster, großer Rückschlag“, räumt Braune ein. Doch davon wollen sich die Gärtner nicht entmutigen lassen. Wenn die exakten Ursachen des Rhododendron-Sterbens feststehen, werde ein Konzept erarbeitet, wie es weitergehen soll.

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