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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 21:41 Uhr

Unfassbar : Revolte am Theater

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mitarbeiter wollen freien Zugang zu Proben – Intendant verbietet das

von
erstellt am 19.Jan.2015 | 21:00 Uhr

Mehrere Aushänge am Bühneneingang des Theaters lassen in der Belegschaft Emotionen hochkochen: Generalintendant Joachim Kümmritz hat angeordnet, dass zu Generalproben künftig nur noch die Mitarbeiter kommen dürfen, die an der Produktion direkt beteiligt sind.

Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Es gibt heftige Proteste, mittlerweile wird darüber schon in der Stadt diskutiert. Mitarbeiter verschiedenster Bereiche betonen, dass es zum Selbstverständnis eines Theaters gehöre, freien Zugang im Haus zu haben, auch zu Proben.

Das sieht der Intendant anders. Auf SVZ-Anfrage erläutert er seine Position: „Es kann nicht sein, dass bei den Generalproben das halbe Haus gefüllt ist, weil Mitarbeiter ihre Freunde und Familienangehörigen mitbringen. Die Proben gehören zum künstlerischen Entwicklungsprozess einer Inszenierung. Das ist Arbeit. Die darf grundsätzlich nicht durch die Anwesenheit von Zuschauern gestört werden.“

Den Argumenten seiner Kritiker hält Kümmritz entgegen, dass es überall an den Theatern zur Normalität gehöre, dass schon aus Sicherheitsgründen Betriebsfremde keinen Zugang zu nicht öffentlichen Bereichen und Veranstaltungen erhalten und dass die Proben eine interne Angelegenheit seien. Es sei denn, der Intendant erteilt Ausnahmegenehmigungen. „Außerdem bekommen alle Mitarbeiter pro Spielzeit Freikarten und ermäßigte Karten und können, wenn eine Vorstellung nicht ausverkauft ist, sie kostenlos besuchen“, sagt der Intendant. Er hoffe auf das Verständnis aller Mitarbeiter. Vom Betriebsrat erhält er jedenfalls Rückendeckung.

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