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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 20:56 Uhr

Schloss Bülow : Rettung für das Bülower Schloss

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Ehepaar Verena und Till-Alexander Herzer macht sich daran, das markante Herrenhaus zu sanieren / Auch Ferienwohnungen entstehen

von
erstellt am 14.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Wenn Gerd Apitz auf die eingerüsteten Teilen des Schlosses von Bülow und die bereits in einem Gelbton angestrichenen Türme schaut, ist er froh. „Es ist schön zu sehen, dass es nun endlich vorangeht“, sagt der Gemeindevertreter. So wie Apitz geht es vielen Bülowern. Einige Einwohner kamen zur Sitzung der Gemeinde, um zu hören, was die neuen Eigentümer, Verena und Till-Alexander Herzer, mit dem markanten Herrenhaus machen wollen.

Das Ehepaar aus Barnin drängt sich nicht in die Öffentlichkeit. „Aber dass die Bülower wissen wollen, was mit dem Schloss passiert, ist uns schon klar“, erzählt Till-Alexander Herzer. Deshalb skizzierten der Landwirt und seine Frau auch gerne ihre Vorstellungen, wie sie das Herrenhaus retten und einmal nutzen wollen. „Wir haben uns selbst fünf Jahre Zeit gegeben“, sagt Till-Alexander Herzer. Denn das Schloss zu kaufen, war schon „eher eine Entscheidung aus dem Bauch heraus“, wie Verena Herzer hinzufügt. Doch das Ehepaar wollte nicht länger mit anschauen müssen, wie das Gebäude verfällt. „Wir bewirtschaften etwa 800 Hektar Acker, Wald und Grünland rund um Barnin und Bülow“, erläutert der Landwirt. Und da Land und Herrenhaus zusammengehören, wagten sich Herzers an das Projekt.

„Es waren auch nicht fünf Minuten, sondern fünf Sekunden vor Zwölf, um das Gebäuden zu retten“, erzählt Till-Alexander Herzer. Das Dach war nicht nur undicht, sondern überall löchrig. Es regnete bis ins Erdgeschoss durch. Hausschwamm breitete sich aus, viele Balkenköpfe waren verrottet. „Wir haben ein Jahr für die Notsicherung gebraucht und uns zeitgleich auch überlegt, wie wir wieder Leben ins Schloss bringen können“, erzählt Verena Herzer. Ihr Mann ergänzt: „Wir bauen kein Schlosshotel, denn davon kann es nicht in jedem Dorf eins geben.“ Doch vier, fünf Ferienwohnungen im zweiten Obergeschoss sollen es schon werden. Das erste Obergeschoss mit dem Festsaal soll ebenfalls öffentlich zugänglich bleiben – auch als Mietraum für Feiern. Im Erdgeschoss sei immer noch Platz für die Wohnungen und Büroräume. Die Umgestaltung werde nicht übers Knie gebrochen, sondern nach und nach umgesetzt. Schließlich müsse das Geld für die Investitionen auch erwirtschaftet werden. Das Ganze werde nach und nach umgesetzt – in Abstimmung mit der Denkmalpflege. „Deshalb wurden die ersten beide Türme auch mit diesem Gelbton angestrichen“, erläutert Till-Alexander Herzer. „Und die Fenster bekommen braune Rahmen.“ Wichtig ist dem Ehepaar zudem, die Bülower einzubeziehen. Herzers regen an, einen Förderverein für die Kulturgüter von Bülow zu gründen. „Das ist nicht nur das Herrenhaus“, betont Verena Herzer. Die Dorfkirche, die Kapelle, das Ensemble des Gutsdorfes – es gibt eine Reihe von Kleinoden in Bülow, die erhaltenswert sind.

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