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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 12:34 Uhr

Bauen in Schwerin : Rettung für das alte Zollamt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Investor saniert historisches Gebäude am Bahnhof – Fahrradausleihstation und Studentenwohnungen wären möglich

von
erstellt am 28.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Das Warm- und das Kalthaus im Küchengarten, das Amtsgericht am Schelfmarkt, das Hotel du Nord und das Rokkoko-Haus in der Schlossstraße – alles Immobilien, die heute wieder in altem Glanz erstrahlen. Aber auch Immobilien, die lange Zeit keiner haben wollte, weil eine Rettung wirtschaftlich schwierig erschien. Randy Sämrow aber ist der Mann für solche Fälle. Der Schweriner Investor kauft solche maroden Gebäude, saniert sie und verkauft oder vermietet sie wieder. „Ich will meine Leute beschäftigen“, sagt der Bauunternehmer. „Ein Team arbeitet in Hamburg und eins in Schwerin.“ Das Geld wird in der Hansestadt verdient, in der Landeshauptstadt wird es wieder investiert. „Das Schweriner Stadtbild liegt mir am Herzen“, sagt Sämrow.

Sein aktuelles Projekt: das alte Hauptzollamt gegenüber dem Stadthaus. 1868 wurden der Putzbau und der Güterboden auf einem ehemaligen Exerzierplatz errichtet. Bis Ende der 1990er-Jahre nutzte die Post die beiden Gebäude. Nach deren Verkauf standen sie leer. Durch ein löchriges Dach kam jahrelang Wasser ins Innere, Müll wurde dort illegal entsorgt. Entsprechend sehen die beiden Häuser aus. Doch das wird sich jetzt ändern.

Als erstes wird der Güterschuppen, das so genannte Niederlage-Gebäude saniert. „Wir stellen uns eine gewerbliche Nutzung vor“, sagt Randy Sämrow. Derzeit spricht er mit der Stadt über die Einrichtung einer Fahrrad- und E-Bike-Ausleihstation. „Das Dach werden wir etwas anheben, um die entsprechende Raumhöhe zu bekommen“, sagt Architektin Antje Forejt. „Dann könnte im Obergeschoss beispielsweise ein Planungsbüro einziehen.“ Für das Kellergewölbe gibt es noch keine konkreten Vorstellungen. Aber Ende des Jahres soll der Fachwerkbau bezugsfertig sein.

Der Putzbau neben dem Güterboden wird zunächst nur gesichert. „Alles in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege“, versichert Randy Sämrow. Was in das Haus einmal hinein kommt, weiß er noch nicht. „Wenn jemand mit einer Idee kommt und das Gebäude haben will – sofort.“ Planer Stefan Hill könnte sich vorstellen, dass dort kleine Studentenwohnungen eingebaut werden. „Das wäre direkt im Zentrum, so wie es Studenten am liebsten haben.“

Sein erstes Bauvorhaben war 1998 die Sanierung einer Scheune in Rogahn. Dort hat Randy Sämrow Wohnungen eingebaut. Dann nahm er sich ein Objekt nach dem anderen in Schwerin vor. „Inzwischen hat sich der Markt verändert“, sagt der Investor. „Die Nachfrage nach Wohnungen ist groß, es ist nicht mehr viel da, das saniert werden kann.“ Das ehemalige Hauptzollamt ist aber erstmal in Arbeit. Sämrow erhält ein weiteres Stück altes Schwerin.

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