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Prozess : Rentner soll Jungen sexuell missbraucht haben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Prozess gegen den 77-Jährigen in Schwerin / Opfer hat sich erst nach Jahren offenbart

svz.de von
erstellt am 30.Sep.2014 | 20:34 Uhr

Ein 77 Jahre alter Rentner muss sich wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs vor dem Schweriner Landgericht verantworten. Er habe sich im Jahr 2010 in Wismar mehrfach an einem damals zwölfjährigen Jungen vergangen, sagte die Staatsanwältin zum Prozessauftakt gestern.

Laut Anklage hat der Mann das ihm unbekannte Kind auf einer Skaterbahn beobachtet, angesprochen und dann zu einem Besuch in seiner Wohnung überredet. Über mehrere Monate hinweg sei es dann zu den Taten gekommen. Die Anklage listet fünf Fälle auf.

Sein Mandant bestreite die Vorwürfe und werde keine Angaben machen, erklärte der Verteidiger gleich zu Beginn des Prozesses, für den zunächst vier Verhandlungstage bis Ende Oktober geplant sind.

Der Junge war laut Anklage erst kurz vor den Übergriffen mit seiner Familie nach Wismar gezogen. Zehn Tage nach dem ersten Besuch sei es dann zur ersten Straftat gekommen. Der Rentner habe dem Kind Pornofilme gezeigt und ihm dabei heimlich Kirschlikör in den Tee gekippt. Als der Zwölfjährige auf dem Sofa eingeschlafen war, habe er ihn erstmals missbraucht und das Geschehen mit einer Videokamera gefilmt. Der Rentner hatte dem Vernehmen nach auch bei früheren Vernehmungen die Vorwürfe bestritten und den Ermittlern gegenüber von einem „Opa-Enkel-Verhältnis“ gesprochen.

Der heute 15 Jahre alte Junge soll im Prozess als Zeuge aussagen. Er hatte sich den Angaben nach erst Jahre nach den Vorfällen offenbart, als er in anderer Sache von der Polizei vernommen wurde.

Noch vor Anklageverlesung hatte eine Amtsärztin den 77-Jährigen untersucht und ihm eine eingeschränkte Verhandlungsfähigkeit bescheinigt. Nach jeweils einer Stunde müsse der Prozess für eine längere Pause unterbrochen werden. Der Verteidiger hatte die generelle Aussetzung des Verfahrens beantragt, weil sein Mandant dem Prozess nicht uneingeschränkt folgen könne. Dem gab das Gericht aber nicht statt.


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