zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 14:18 Uhr

Senioren Hobby-band : Rentner rocken ihren Lebensabend

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zwischen Westernhagen und Whittaker: Als Hobby-Band „RB Hörsturz“ machen vier Schweriner Senioren regelmäßig Musik.

svz.de von
erstellt am 14.Dez.2015 | 17:34 Uhr

„Dann machen wir noch mal den Westernhagen“, sagt Wolfgang Niemann. „Den kann er besonders gut“, sagen seine Kollegen. Später Abend im Stadtteiltreff Krebsförden. Eine ehemalige Kita. Im Gemeinschaftsraum, zwischen Küchenzeile und Sofaecke, probt die Gruppe „RB Hörsturz“. Vier Rentner, für die Musik mehr ist als ein Hobby, ein wichtiger Teil ihres Lebens.

„Ich bin wieder hier in meinem Revier“, singt Wolfgang Niemann, ehemaliger Berufsschullehrer wie Fred Grönboldt am Saxofon und Christa Pienkniewski am Keyboard. Schlagzeuger Dieter Zimmermann hat früher Autoteile verkauft. Niemann selbst spielt Gitarre. Die Lieder von Marius Müller-Westernhagen liebt er. „Wir sind im selben Alter, haben dieselbe Stimmlage“, erklärt der 69-Jährige. Die Titel von Müller-Westernhagen hätten Tiefgang und Humor.

Wolfgang Niemann ist für die rockigen Nummern zuständig. Wenn es etwas sanfter klingen soll, tritt Dieter Zimmermann („unser Schlagermann“) ans Mikrofon. „Midnight Lady“ von Chris Norman sei seine Spezialität, erzählt der 68-Jährige. Seit 2009 spielen Niemann, Grönboldt, Pienkniewski und Zimmermann als „RB Hörsturz“ zusammen. Musikalisch unterwegs sind alle vier Hobby-Interpreten aber schon seit ihrer Jugend. „Dieter und ich haben viele Jahre in der Rot-Weiß-Combo zusammen gespielt“, berichtet Christa Pienkniewski, 69 Jahre alt. Die große Zeit der Tanzmusik in den 70er- und 80er-Jahren hätten sie mitgemacht, zum Beispiel im „Casino“ in der Pfaffenstraße zum Schwof aufgespielt.

Fred Grönboldt ist mit 72 Jahren der Senior der Gruppe. Als Kind habe er Geigen- und Akkordeonunterricht gehabt, sich später Saxofon und Klarinette selbst beigebracht, sagt Grönboldt. „Die Musik ist einfach ein schönes Hobby.“ Am meisten Spaß mache das Improvisieren. „Wenn vier Leute auf einem Nenner spielen, das ist ein großartiges Gefühl.“

Für Freunde und Familie packen Niemann, Pienkniewski, Zimmermann und Grönboldt heute ihre Instrumente aus, auf kleinen Feierlichkeiten spielen sie, aber auch auf Veranstaltungen der Caritas, die Träger des Stadtteiltreffs in Krebsförden ist. „Wir sind als ,RB Hörsturz‘ auch schon mal wieder im ,Casino‘ aufgetreten, mittlerweile ein Altersheim“, erzählt Christa Pienkniewski.

Aber wofür steht eigentlich „RB“? Rasselbande? Rock-Band? Rhythm and Blues? Oder Rentner-Band? „Die Antwort überlassen wir Ihrer Fantasie“, schreiben die Hörsturzler auf ihrer Internet-Seite. Ihr Repertoire ist jedenfalls breit gefächert, umfasst Titel von Eric Clapton und Johnny Cash genauso wie Lieder von Roger Whittaker.

Noch ein Blues gefällig: „Trouble in Mind“ – ein Standard. Muddy Waters hat ihn einst bekannt gemacht. Wolfgang Niemann singt ihn leidenschaftlich. Spät abends im Stadtteiltreff Krebsförden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen