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Schwerin: Europas längste Offroad-Piste : Rennstrecke statt Industriepark

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Im Industriepark Schwerin könnte die längste Offroad-Autorennstrecke Europas enstehen. Die Wirtschaftsförderung der Stadt hat sich von dem Gedanken verabschiedet, dort größere Unternehmen anzusiedeln.

Göhrener Tannen | Die Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt hat sich offenbar von dem Gedanken verabschiedet, kurzfristig größere Unternehmen im Industriepark Schwerin in den Göhrener Tannen ansiedeln zu können. In dem seit Jahren weitgehend ungenutzten Areal könnte sich statt dessen die mit 17 Kilometern längste Offroad-Autorennstrecke Europas zum internationalen Motorsport-Zentrum entwickeln. Die Stadtverwaltung hat dafür grünes Licht gegeben.

"Der Betreiber muss aber einige Auflagen erfüllen", sagte Schwerins Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff. Das sei im westlichen Teil des Areal durchaus möglich. "Wenn allerdings ein Wirtschaftsunternehmen doch eine größere Ansiedlung in den Göhrener Tannen plant, geht das natürlich vor." Das steht nach den Worten des Baudezernenten derzeit aber nicht zur Diskussion. Eine Rennstrecke hätte nach Ansicht der Stadt sogar Vorteile gegenüber ungenutzten Flächen. "Damit könnten dort illegale Motorsportler in geordnete Bahnen gelenkt werden", sagte Wolfram Friedersdorff. "Das wäre wichtig für den Schutz von Flora und Fauna." Um dort tatsächlich ein Renngelände aus dem Boden zu stampfen und mehr als drei Wettkämpfe im Jahr austragen zu können, stehen der Schweriner Offroad-Szene als Organisator und der Stadt allerdings noch einige Hürden im Weg. So muss ausgleichend für den Eingriff in die Natur nördlich des Fährweges "ein Refugium für den Artenschutz" geschaffen werden, so Friedersdorff.

Auch für den Schäfer, der mit seinen Schafen die brachliegenden Flächen des Industriegebietes frei hält, müsste eine Lösung gefunden werden. Damit die Tiere nicht von dem Motorlärm gestört werden, "muss ein entsprechender Abstand gehalten werden", sagt Frieders dorff. Gleichzeitig soll die Beweidung aber für den Schäfer noch wirtschaftlich sein. Denn wenn er seine Schafe nicht mehr in die Göhrener Tannen treibt, müsste die Stadt anderweitig für eine Mahd sorgen.

Ein weiterer kritischer Punkt: Auf bisherigen Wunsch der Stadt soll die Fläche für die Rennstrecke kleiner ausfallen, als bislang geplant. "Das würde aber die bislang größte europäische Offroad-Rennstrecke unattraktiv im harten Wettbewerb mit anderen Strecken werden lassen", sagt Ingo Kaldarasch, Sprecher der Schweriner Offroad-Szene. Bleibt es nicht die längste Piste Europas, würde sie ihr Alleinstellungsmerkmal verlieren. Friedersdorff zeigte sich aber überzeugt, dass eine Lösung gefunden wird.

Im August hatte Schwerins Offroad-Sportszene bereits das 24-Stunden-Rennen der Deutschen Meisterschaft in dem Indus triegebiet organisiert und ausgetragen. Dafür wurde ein fünfstelligen Betrag investiert, wie Kaldarasch berichtet. Im kommenden Jahr sind zwei weitere Meisterschaftsrennen geplant, für die Schwerin jeweils Einzelgenehmigungen erteilen muss.

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erstellt am 28.Dez.2011 | 10:39 Uhr

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