Stadtteilentwicklung in Schwerin : Reihenhäuser in der Fahrzeughalle

Die Bunnemann-Pläne sehen Häuser in der alten Halle und neue Gebäude vor. Grafik: Schelfbauhütte
Die Bunnemann-Pläne sehen Häuser in der alten Halle und neue Gebäude vor. Grafik: Schelfbauhütte

Drei Investoren, drei Ideen für Vorwärts-Areal: Ulrich Bunnemann plant Wohnungen und Gewerbe und setzt auf nachwachsende Rohstoffe

Das Areal des KIW Vorwärts soll verkauft werden. Die Stadt steht nun vor der Aufgabe, unter drei Interessenten den geeigneten Käufer zu ermitteln. Bis zum Frühjahr sollen die Bieter ihre Vorstellungen noch konkretisieren – sowohl was die Kaufsumme betrifft als auch die Stadtentwicklungs-Optionen. Denn die Stadt will nicht nur verkaufen. Das Neue soll zu Schwerin und zum Viertel passen. In dieser Woche stellt SVZ die Interessenten vor.

„Wir waren die Ersten“, sagt Architekt Ulrich Bunnemann von der Schelfbauhütte. Die Ersten, die mit einem Konzept für das ehemalige Vorwärts-Areal an die Öffentlichkeit gegangen seien. Mit einem Konzept, das inzwischen in einem bundesweiten Wettbewerb, gefördert vom Wirtschaftsministerium, mit einem Preis für zukunftsweisende Quartiere ausgezeichnet wurde.

Und so sehen die Ideen von Bunnemann und seinen Mitstreitern für das Gelände des ehemaligen Kraftfahrzeuginstandsetzungswerks aus: Rund 50 zweigeschossige Reihenhäuser wollen sie in die frühere Fahrzeughalle mit dem markanten Sheddach einbauen, Gesamtfläche jedes Hauses: 160 Quadratmeter, dazu jeweils ein kleiner Garten. „Die Struktur der alten Halle wird weiterhin ablesbar sein“, erklärt Bunnemann, spricht von einem womöglich weltweit einzigartigen Projekt. Darüber hinaus sollen auf dem Areal in der Weststadt neun neue Gebäude mit insgesamt rund 200 Eigentums- oder Mietwohnungen entstehen. Im Eingangsbereich sehen die Schelfbauhütte-Planer Gewerbe vor. Auf der Fläche vor der alten Halle soll ein Quartiersplatz unter anderem mit einer Bühne angelegt werden, in das ehemalige Kulturhaus wieder Leben einziehen.

Bunnemann setzt auf nachwachsende Rohstoffe, will mit Holz und Stroh bauen – zukunftsweisend eben. „Wir leisten unseren Beitrag zur Energiewende“, betont der Architekt. Auf dem alten Vorwärts-Gelände werde es Ladestationen für Elektro-Autos und Möglichkeiten zum Car-Sharing geben, für Heizung und warmes Wasser in den Häusern solle Sonnenenergie genutzt werden.

Auf dem Gelände der alten Brauerei in Schwerin hat die Schelfbauhütte bereits Erfahrungen mit einer Industriebrache gesammelt. „Wir haben Gebäude saniert, die sonst abgerissen worden wären“, sagt Bunnemann.

2020 will der Architekt auf dem Vorwärts-Areal loslegen – wenn die Schelfbauhütte von der Stadt den Zuschlag bekommt. Ein Jahr später könnten dann die ersten Bewohner einziehen, rechnet er vor.

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