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Hoher Pegelstand in Schweriner Seen : Regenwasser läuft nicht ab

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aufgrund der Niederschläge liegen die Pegel vieler Seen und Flüsse in und um Schwerin weit über dem Normalstand

svz.de von
erstellt am 04.Aug.2017 | 23:51 Uhr

Viel Regen bedeutet viel Wasser. Wasser, das normalerweise in geregeltem Maße abfließt und so keinen Anlass zur Sorge gibt. Doch in diesem Jahr ist das anders. „Diesen Sommer ist es wirklich extrem. Es gibt wirklich außergewöhnlich viele Niederschläge“, sagt Mark Sierks vom Wasser- und Bodenverband. Mittlerweile seien die Böden vielerorts gesättigt und könnten kein Wasser mehr aufnehmen. „Das führt bei weiterem Regen irgendwo zu Überschwemmungen – oder erhöht die Pegelstände der Seen.“ So liegt der Pegel des Schweriner Sees bei 1,31 Meter über dem Normalstand. „Die Zahlen bestätigen die außergewöhnliche Situation. Der Pegel des Schweriner Sees hat fast Rekordniveau“, erklärt Sierks. Die höchste je registrierte Pegelhöhe liegt bei 1,33 Meter.

Die Wassermassen führen dazu, dass der Abstand zwischen der Flur und dem Grundwasser immer geringer wird. „Das liegt vor allem daran, dass Leitungen, die in die Seen münden, überstaut sind“, sagt der Wasser-Experte. Das führe zum Rückstau in die Gewässer und zur Vernässung des Hinterlandes. Davon sind vor allem Landwirte betroffen: „Zum einen ist die Ernte selbst zu nass, zum anderen sind landwirtschaftliche Flächen auch einfach nicht befahrbar, weil das Wasser auf ihnen steht und nicht abläuft.“

Um Überschwemmungen zu verhindern, unterhalten Sierks und seine Kollegen jedes Jahr die Gewässer. „Das heißt nicht, dass wir Gespräche mit den Seen führen, sondern dass die Wasserflächen im Stadtgebiet soweit frei gemacht werden, dass sie mehr Wasser fassen können“, erläutert Sierks. „Bei 680 Kilometer Wasserstrecke kann man aber nicht immer überall sein. Die Saison geht eigentlich bis in den Winter hinein, doch einige Gewässer haben wir bisher noch nicht säubern können“, sagt der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Schweriner See, Obere Sude. Einen Grund in Panik auszubrechen sieht Sierks trotz der angespannten Situation nicht. „Wir haben Stand heute noch nicht ganz große Schwierigkeiten. Bei weiteren starken Niederschlägen ist es aber schon so, dass es kritisch werden könnte.“

Vom Regen betroffen ist auch das Drachenbootfestival, das Ende August stattfindet. „Für uns sind die Niederschläge nicht schlecht“, sagt Organisator Chris Richter. Unabhängig vom Wetter würden die Veranstalter jedes Jahr mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Lauenburg die aktuelle Situation besprechen. „Meistens ist es so, dass wir den Wasserstand des Pfaffenteichs extra anheben“, führt der Schweriner aus. Das passiert, damit die Sogwirkung minimiert wird – die Boote fahren also schneller. „Vielleicht hilft der Regen ja, dass wir den Pegel nur minimal anheben müssen.“

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