Schlossfestspiele : Regenschirme oder Sonnensegel?

Diskutieren am Modell die Varianten durch: OB Angelika Gramkow mit den Architekten Wolfram Kessler (l.) und Frank Kirsten.
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Diskutieren am Modell die Varianten durch: OB Angelika Gramkow mit den Architekten Wolfram Kessler (l.) und Frank Kirsten.

Stadt und Theater stellen Varianten für zeitweilige Überdachung des Alten Gartens während der Schlossfestspiele vor

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12. November 2014, 20:30 Uhr

Riesige Regenschirme oder ein gigantisches Sonnensegel auf dem Alten Garten – das ist möglich, besagt die Machbarkeitsstudie, die gestern im Theater vorgestellt wurde. Auf Anregung der Theaterfreunde und mit ihrer finanzieller Unterstützung war das Architektenbüro Mikolajczyk-Kessler-Kirsten beauftragt worden, eine Lösung für eine Überdachung der Zuschauertribüne während der Schlossfestspiele zu erarbeiten.

Präsentiert wurden drei Varianten: zwei starre und eine flexible. Erstens ein so genanntes Sonnensegel wie auf der Freilichtbühne in einer Verankerung, die den Blick auf das Schloss freigibt, zweitens ein solches mit Blick auf das Museum und drittens die flexible Alternative mit sechs gigantischen Regenschirmen. „So könnte man eine Zuschauertribüne von etwa 40 mal 20 Metern sicher überdachen“, erläuterte Architekt Wolfram Kessler. Jedes Modell bietet geschützte Plätze für rund 1500 Zuschauer. Die Schirm-Variante ließe sich erweitern, die anderen wegen der Spannseile nicht.

Die Architekten, Intendant Joachim Kümmritz, Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow und Theaterfreund Dr. Michael Jungrichter betonten übereinstimmend, dass es zunächst um eine Machbarkeitsstudie gehe. Anlass dafür sei die Zielvereinbarung der Landeshauptstadt mit dem Land zur Entwicklung des Theaterstandortes Schwerin, sagte Gramkow. Diese enthielt die Forderung, das Einspielergebnis der Schlossfestspiele besser planbar zu machen. Denn in verregneten Jahren wie etwa beim „Freischütz“, als es bei 21 der 23 Vorstellungen nass wurde, liegen die Einnahmen rund 600 000 Euro unter dem Durchschnitt, rechnete Kümmritz vor. Und die Regenwahrscheinlichkeit ist im Frühsommer in Schwerin erstaunlich hoch. Sie liegt nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes bei 41 Prozent, berichtete Architekt Frank Kirsten.

Die Kosten für die Überdachung der Zuschauertribünen – ein Dach für die Bühne wird aus vielerlei Gründen ausgeschlossen – liegen laut Studie zwischen etwa 2,5 Millionen Euro für die Schirmvariante und bei etwa 3,5 Millionen für das Sonnensegel. Das Projekt sei so angelegt, dass das Land es fördern könne, betonten die Verfasser der Studie.

Einziger Knackpunkt: Die Denkmalpflege lehnt das Vorhaben generell ab. Doch auch diesen Aspekt haben die Initiatoren untersucht. „In unserem Weltkulturerbe-Antrag ist ausdrücklich die Nutzung des Alten Gartens für die Schlossfestspiele vorgesehen. Die Experten der Unesco-Kommission und des Internationalen Denkmalrates sehen darin kein Problem, berichteten Gramkow und Jungrichter.

Doch auch wenn das Projekt machbar ist, bleibt die Frage der Wirtschaftlichkeit. Eine Prüfung wollen Gramkow und Kümmritz veranlassen. Wenn sich der Bau des Wetterschutzes rechnet, soll das Projekt rasch angeschoben werden.

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