Eigenes Buch : Rathke: Ich werde nicht nur lesen

In seinem neusten Buch  hat Heinrich Rathke auch viele Erinnerungen an Crivitz niedergeschrieben.
In seinem neusten Buch hat Heinrich Rathke auch viele Erinnerungen an Crivitz niedergeschrieben.

Altbischof und ehemaliger Crivitzer Pastor lädt auf einen Ausflug in die Geschichte ein – Vieles wird erst heute beim Namen genannt

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07. Juli 2015, 16:00 Uhr

Er hat in seinem Leben viel mitgemacht. Oft sein gewohntes Zuhause gegen ein neues getauscht – schöne Dinge erfahren und traurige Zeiten mitgemacht. An die Jahre in Crivitz denkt Heinrich Rathke gern zurück: „Ich habe dort eine tolle Gemeinschaft erlebt. Es waren nicht nur beeindruckende Begegnungen mit Menschen aus der eigenen Kirchengemeinde. Ich war mit den Bürgern sehr verbunden“, sagt er und lehnt sich in seinen Sessel zurück. Von 1984 bis 1991 war er als Pastor in der Stadt tätig, wurde sogar deren Ehrenbürger. Nicht zuletzt für seinen friedlichen Protest gemeinsam mit den Einwohnern gegen das DDR-Regime. Rathke hat nicht nur die Menschen, sondern auch für die Geschichte der Stadt einiges bewegt: So gründete er unter anderem im Oktober 1989 eine Bürgerinitiative, zwei Jahre später den Heimatverein mit einigen Gleichgesinnten.

Von 1971 bis 1984 war Rathke Bischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. „Das war kein Amt für mich. Ich liebe die Arbeit an der Basis. So wie in Crivitz. Da ist man näher an den Menschen.“, sagt der Altbischof. Und was er bei dieser Arbeit erlebt hat, ist auch in seinem neusten Buch „Wohin sollen wir gehen?“ niedergeschrieben. Schließlich war er in den Jahren vor der Wende eben nicht nur der Mann, der den Menschen Gott und den Glauben nähergebracht hat, sondern auch d  i  e Vertrauensperson: „Bei den Crivitzern hatte ich einen Vorschuss: Ich war der Mann, der schon von Berufs wegen verschwiegen war.“ Und vieles, was sich in den Jahren vor 1990 dort abgespielt hat, wird in seinem Buch offengelegt. In diesem Jahr kommt Rathke wieder in die Stadt, die einen großen Platz auf seinem Lebensstrahl einnimmt. Am 9. Juli um 14.30 Uhr wird er in der Bibliothek im Bürgerhaus lesen. „Aber wer mich kennt, der weiß: Es wird nicht nur beim Lesen bleiben. Denn das Buch lesen kann ja jeder“, sagt er und schmunzelt.

Heinrich Rathke wird auch viel erzählen. Denn in dem 200-Seiten-Werk haben nicht alle Geschichten einen Platz gefunden. „Das heißt nicht, dass die Dinge im Buch an sich nicht spannende sind. Immerhin spreche ich dort über Sachen, die man erst heute beim Namen nennen kann“, schiebt er hinterher. Auf jeden Fall würde Rathke sich über viele bekannte und ebenso neue, noch unbekannte Gesichter freuen, wenn er am Donnerstag um 14.30 Uhr in der Crivitzer Stadtbibliothek liest und aus dem Nähkästchen plaudert.

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