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Aktion Stadtbild : Rathaus übersteht mehrere Brände

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Schweriner Stadtgeschichte spiegelt sich in dem um 1350 errichteten Gebäude am Markt wider

Zwischen Aktenbergen und Bürgeranfragen wird es in der Schweriner Stadtverwaltung spürbar zu eng. Der Verwaltungsapparat wächst, platzt mittlerweile aus allen Nähten und braucht dringend mehr Räume. Ende des 19. Jahrhunderts hatte das Schweriner Rathaus in der Innenstadt nicht mehr ausgereicht. Die Stadtangestellten suchten nach Ausweichmöglichkeiten – außerhalb des repräsentativen Gebäudes zwischen Markt und Schlachtermarkt.

Heutzutage kommen Schwerin-Besucher und Urlauber um das historische Gemäuer, in dem sich die Touristeninformation befindet, kaum herum. Jede Stadtführung beginnt im Schatten des Rathauses. Das geschichtsträchtige Gebäude werde erstmals im Jahr 1351 erwähnt wird, berichtet Stadtarchivar Bernd Kasten. Bis heute hat das Schweriner Rathaus nichts von seinem bürgerlich-repräsentativen Charme verloren, auch nach einer wechselvollen Geschichte, in der die Schweriner ihr Rathaus mehrmals neu aufbauen mussten, ist der Glanz nicht ab.

Rückblick: Im 16. Jahrhundert wüten mehrere Feuer in Schwerin, die das gotische Giebelhaus 1531 und 1558 so schwer beschädigen, dass nur wenige Teile erhalten bleiben, aus denen das Rathaus 1567 wieder aufgebaut wird. Sieben Jahre später schlägt den Schwerinern von einem zusätzlichen Uhrturm aus die Stunde. Allerdings rafft ein neuerlicher Brand das Rathaus knapp 80 Jahre später wieder dahin. Es wird abermals errichtet und 1733 durch ein Satteldach und einen Anbau in Richtung Norden erweitert. Elf Jahre später thront ein „Goldener Reiter“ auf dem Rathausdach und verkörpert das Stadtwappen. Dann legt der spätere Schlossbaumeister Georg Adolph Demmler Hand an, schafft 1834 einen Durchbruch und errichtet die Fassade in Richtung Markt im Stil der Tudorgotik. Mit dem immer stärker anwachsenden Beamtenapparat in den folgenden Jahren breitet sich die Platznot im Rathaus aus. Der Verwaltungsapparat der Stadt zieht nach und nach aus und in neue Standorte, die sich über die Stadt verteilen. „Bis 1940 scheitern verschiedene Pläne zum Bau eines großen repräsentativen Rathauses am Markt aber stets an den zu hohen Kosten“, berichtet Bernd Kasten. Doch zu DDR-Zeiten in den 80er-Jahren entstehen an der Seite zum Schlachtermarkt hin zwei neue Backsteingiebel mit einem Glockenspiel aus dem begehrten Meißener Porzellan. Erst nach der Wende zieht das Büro des Oberbürgermeisters im Jahr 1998 vom Markt in das neue Stadthaus am Packhof, und das Rathaus wird Mittelpunkt des Stadtparlaments.

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erstellt am 27.Jan.2014 | 08:15 Uhr

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