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Nach Missbrauchsvorwürfen gegen Hausmeister : Rastower stehen unter Schock

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Nach den Missbrauchsvorwürfen gegen den Hausmeister und Jugendwart wurde ein Krisenstab an der Schule in Rastow gebildet. Gestern Abend gab es eine Sondersitzung bei der Feuerwehr.

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2013 | 03:08 Uhr

Rastow | Die Vorwürfe sind unfassbar: Der Hausmeister der Rastower Schule und Jugendwart der freiwilligen Feuerwehr soll einen Jungen sexuell missbraucht haben. Für Staatsanwaltschaft und Amtsgericht liegen ausreichend Anhaltspunkte vor, um den 47-jährigen Familienvater in Haft zu nehmen.

Die Missbrauchsvorwürfe waren gestern den ganzen Tag über im Dorf und in der Umgebung Gesprächsstoff Nummer eins. Wegen seiner zurückhaltenden, freundlichen Art wurde der 47-Jährige bislang sehr geschätzt, er galt als pflichtbewusst und zuverlässig. Daher hofften bis zum Abend viele Rastower, dass sich alles als großes Missverständnis herausstellt. Bürgermeister Hartmut Götze, Schulleiter Reinhard La bahn, Wehrführer Maik Mattern und weitere Einheimische sind sich einig: Nichts deutete auf ein solches, schwerwiegenden Vergehen hin. Um so größer war der Schock, nachdem der Angestellte der Gemeinde gestern früh nach einer Hausdurchsuchung durch die Kriminalpolizei erst vorläufig festgenommen und am Nachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft und auf Entscheidung des Schweriner Amtsgerichtes in Haft genommen wurde.

Dieses Stimmungsbild spiegelt sich auch in den Internet-Auftritten unserer Zeitung (www.svz.de und www.facebook.com/svz) wider. Hier meldeten sich viele, die den Rastower persönlich kennen. "Ich hoffe, es stimmt nicht." Dieser Satz ist so oder ähnlich gleich mehrfach zu lesen. Klar wird auch, wie schwer es ist, so etwas in der unmittelbaren Umgebung zu bemerken. "Das steht bei niemandem auf der Stirn, so etwas sieht man keinem an." Einige fordern im Internet sofort harte Strafen. Dem widersprechen andere: "Ob es Beweise sind, die am Ende seine Schuld- oder Unschuld belegen, wird erst noch geprüft!" Genau das ist jetzt Sache von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht.

Zeitgleich kann in Rastow nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. Gestern wurde bereits an der Schule ein Krisenstab gebildet. Die Aufarbeitung des Themas sexueller Missbrauch beginnt heute in allen Klassenstufen - von eins bis zehn. "Natürlich der jeweiligen Altersgruppe entsprechend", betont Reinhard Labahn. "Das wird uns über Wochen und Monate beschäftigen." Lehrer und Schulpsychologen arbeiten dabei eng zusammen. Auch die Elternhäuser werden einbezogen. Es geht darum, die Kinder zu schützen - die direkt betroffenen und auch alle anderen. Denn für alle in Rastow ist das eine Extremsituation. Reinhard Labahn ist seit 1973 als Lehrer tätig, seit 1990 als Schulleiter in Rastow. "So einen Fall habe ich noch nicht erlebt."

Auch die Mitglieder der Rastower Feuerwehr nehmen das Thema nicht auf die leichte Schulter. Dafür sind die Vorwürfe zu gravierend. Gestern Abend gab es eine außerordentliche Mitgliederversammlung im Gerätehaus. "Bislang gibt es viele Gerüchte, auch wir brauchen so schnell wie möglich Klarheit", sagt Wehrführer Mattern. Auf jeden Fall wollen die erwachsenen Feuerwehrleute auch mit den Mädchen und Jungen aus der Jugendwehr über die Anschuldigungen gegen den Jugendwart reden.

Schnell für Klarheit könnte der Beschuldigte selbst sorgen. Doch bislang, so Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek, schweigt der 47-jährige Rastower zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen.

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