Ärger mit dem Amtsschimmel in Stralendorf : Rastower sauer aufs Amt

Der Taschenrechner ist sein Freund: Doch leider kommt bei Bürgermeister Ralf-Egbert Scharlaug zu oft ein Minus raus.
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Der Taschenrechner ist sein Freund: Doch leider kommt bei Bürgermeister Ralf-Egbert Scharlaug zu oft ein Minus raus.

Vor drei Jahren hat die Kommune Fördermittel beantragt – erst jetzt sind Anträge vollständig im Ministerium gelandet

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11. Mai 2018, 20:45 Uhr

Bei einem Thema ist die Zündschnur der Rastower Gemeindevertreter relativ kurz: Wenn die Rede vom geplanten Neubau von Schule, Turnhalle und Sportplatz ist, vergeht den Abgeordneten das Lächeln – auch Bürgermeister Ralf-Egbert Scharlaug ist schlichtweg genervt. „Wir kommen einfach nicht voran, und das konstant seit Jahren“, moniert er. Bereits 2015 hat sich die Gemeinde darauf verständigt, das Großprojekt anzuschieben. In der Schule wird mehr Platz benötigt, die Turnhalle ist stark sanierungsbedürftig und ein Neubau die einzige Alternative. Der Sportplatz ist Privateigentum und die Nutzungsdauer für den alten Platz läuft 2020 ab.

2015 wurde ein Planungsbüro beauftragt, die Renovierung der Schule, den neuen Sportplatz und eine neue Sporthalle zu planen. Fördermittel wurden beantragt. Die ersten Schätzungen lagen bei einer Gesamtsumme von 7,5 Millionen Euro. Avisiert waren von den Rastowern 80 Prozent Fördermittel. Doch noch immer warten sie. „Es ist lange nichts passiert. Erst im Januar sind die Unterlagen beim Innenministerium eingegangen“, sagt Scharlaug. Warum das so lange dauerte, kann er sich nicht erklären. Auf Nachfrage beim zuständigen Amt Ludwigslust-Land bekam er jüngst eine Aufstellung. „Immer wieder musste nachgearbeitet werden, dann hat es wieder gedauert, dann ist wieder nichts passiert“, sagt er wütend und schiebt hinterher: „Da können wir die Landtagsabgeordneten immer wieder bitten, etwas zu tun. Wenn keine Anträge da sind, wird es schwierig.“ Scharlaug ist mit der Arbeit des Amtes sehr unzufrieden: „Wir sind mit 1900 Einwohnern die größte Kommune von zwölf und fallen hinten runter. Wozu haben wir denn die Verwaltung“, fragt er. Mittlerweile könne er das Prozedere auch seinen Gemeindevertretern nicht mehr erklären. Ebenso, dass nun ein genehmigter Bauantrag für die Schule vorliegt, datiert von 2017. Davon habe Scharlaug erst jetzt erfahren. Von der Rechtsaufsicht kam nun der Hinweis, dass kein Geld für diese Maßnahme eingeplant ist. „Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Wie soll ich etwas einplanen, wenn ich nicht weiß, wie viel“, fragt der Bürgermeister.

Wolfgang Utecht, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Ludwigslust Land, sieht ganz klar Handlungsbedarf bei der Kommune. Das müsse der Bürgermeister mitteilen. Zu den langen Bearbeitungszeiten sagte er: „Bei so großen Projekten gibt es immer wieder Nachforderungen, das ist normal.“ Zudem fehlten immer wieder Zuarbeiten vom Planungsbüro. „Das muss die Kommune aber auch mit dem Planer vertraglich klären. Das ist nicht unsere Aufgabe“, so der Amtsleiter. Wolfgang Utecht rechnet nicht vor 2021 mit einer Realisierung der Projekte.

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