"Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden" : Rastow ist ein Dorf mit Zukunft

Zwei Zukunftsprojekte auf einen Blick: Die Gemeinde Rastow    fördert ihre Kita und ließ  den Dorfteich sanieren.  Der ist nun Forschungsobjekt in der Umwelterziehung. Mett
Zwei Zukunftsprojekte auf einen Blick: Die Gemeinde Rastow fördert ihre Kita und ließ den Dorfteich sanieren. Der ist nun Forschungsobjekt in der Umwelterziehung. Mett

Die Gemeinde Rastow steht im Landesfinale des Wettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden": Jury ist von heute an in Westmecklenburg unterwegs - Sieger wird am Montag verkündet.

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21. September 2012, 10:35 Uhr

Rastow | Der Teich im Dorfzentrum ist für die Mädchen und Jungen aus der Kita mehr als ein beliebtes Ziel bei den Rundgängen durchs Dorf: Das verschlammte Gewässer wurde erst vor wenigen Jahren auf Anregung der Erzieherinnen renaturiert - und seitdem ist es ein Beobachtungs- und Forschungsobjekt für die Kleinen. "Umwelterziehung ist uns wichtig", sagt Kita-Leiterin Monika Bolt. Wie viele Preise die kommunale Einrichtung für ihre Umweltprojekte und bei Naturschutzwettbewerben schon gewonnen hat, kann sie aber nicht sagen. Sie zählt nicht mit, die Kita macht lieber mit.

Nach dem gleichen Grundsatz handeln die Gemeindevertreter beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden". "Dass wir wieder im Landesfinale dabei sind, ist ein riesiger Erfolg", sagt Bürgermeister Hartmut Götze. Rastow gehört zu den sieben Kommunen, die die Landesjury unter die Lupe nimmt. Heute beginnt die Tour. Und schon am Nachmittag stellt sich Rastow vor.

"Kein guter Termin", findet Monika Bolt. "Freitagnachmittag sind die meisten unserer Kinder bereits zu Hause." Doch in dem eng gesteckten Zeitplan hatte der Kulturausschuss ohnehin nur einen Fünf-Minuten-Besuch in der Kita eingeplant. "Da zeigen wir, was unsere Köchin Evamarie Karnatz Gutes und Gesundes auf den Tisch bringt", berichtet die Kita-Leiterin. Denn in der Rastower Einrichtung wird für die etwa 100 Kinder gekocht und auch die Frühstücksversorgung angeboten. "Die Kita ist natürlich auch dabei, wenn es um das Thema Bildung geht", betont Hartmut Götze. Der Bürgermeister ist schon froh, dass sich die Landesjury mehr als vier Stunden Zeit für den Dorfrundgang nimmt. Im Falle von Rastow ist das eine Dörfer-Rundreise. "Rastow ist das Hauptdorf, aber mit Kraak und Fahrbinde haben wir zwei starke Ortsteile." Alle präsentieren sich gemeinsam - als lebendige und lebenswerte Orte. "Und da haben wir so viel zu bieten, dass wir auswählen mussten", berichtet der Bürgermeister.

Ausgangspunkt der Rundreise wird die Grundschule sein. Schwerpunktthema hier ist Bildung. Rastow hat ja mehr als die Kita zu bieten. Auch die Regionale Schule mit Grundschulteil wurde selbst in Zeiten knapper Kassen ausgebaut.

Geschichte und Zukunft nebeneinander - das wird im Anschluss in Kraak gezeigt. Das Dorf kann mit seiner idyllischen Lage in der Natur und der Johanniterkirche punkten. Landwirt Christian Karp präsentiert zudem seinen modernen Milchbetrieb und die Nutzung von Bioenergie. Hier wird nicht nur Strom erzeugt, sondern die Abwärme für das Heizen von Wohngebäuden eingesetzt.

Fahrbinde ist mit seinen schmucken Bauernhäusern ein Vorzeigeort. Doch das ist keine Museumskulisse: Heimatverein und Feuerwehr sorgen für Zusammenhalt und Geselligkeit. "Die Vereine bringen in der gesamten Gemeinde das Leben in Schwung", unterstreicht Götze. Von knapp 2000 Einwohnern sind mehr als 1300 in 20 Vereinen aktiv. "Auch die haben zu spüren bekommen, dass in der Gemeindekasse weniger Geld zur Verfügung steht", berichtet Hartmut Götze. Doch das habe keine negativen Folgen gehabt. Das Gegenteil ist der Fall: Die jeweiligen Mitstreiter sind zusammengerückt, haben allein viel auf die Beine gestellt. Mit dem Heimatverein in Kraak und dem Mittelalter-Verein sind sogar neue Gruppen hinzugekommen. Als Beispiele für alle stellt sich der Verein Dunkelkammer der Landesjury vor. "Diese Freunde der Fotografie haben hier eine Camera Obscura aufgebaut und laden mit eigenen Ausstellungen bei Kunst offen ein. Das ist einmalig", freut sich der Bürgermeister.

Trotz all dieser Trümpfe bleibt Hartmut Götze bescheiden. Er sieht seine Gemeinde nicht in der Favoritenrolle. "Wir sind stolz darauf, zu den schönsten Dörfern im Kreis zu gehören und uns wieder beim Landeswettbewerb präsentieren zu dürfen." Die Jury hat es nicht so leicht: Sie muss ein schönes und zukunftsorientierte Dorf auswählen, das Mecklenburg-Vorpommern im Bundesfinale vertritt. Nach der Rundtour durch alle teilnehmenden Gemeinden soll der Landessieger am Montag verkündet werden.

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