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Zeitung für die Landeshauptstadt

22. November 2017 | 17:58 Uhr

Mo Asumang in Schwerin : Rassismus ist ganz nah

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Arzt lädt Filmemacherin Mo Asumang zum Gespräch ins Mega Movies ein

von
erstellt am 15.Nov.2017 | 12:00 Uhr

„Ich reise viel mit der Bahn und lese dabei gern. Durch Zufall fiel mir das Buch ,Mo und die Arier‘ in die Hände. Es hat mich sehr beeindruckt“, erzählt der Schweriner Mediziner Dr. Hans-Jürgen Ziegelasch. Er wollte sich gern mit Freunden und Bekannten darüber unterhalten, musste aber feststellen, dass vielen Mo Asumang gar nicht bekannt war.

„Ich finde aber das Thema, mit dem sie sich auseinandersetzt, dem Rassismus im Alltag, ungeheuer wichtig. Darüber sollten wir auch in Schwerin viel mehr offen reden“, sagt Dr. Ziegelasch. So entstand die Idee, die Autorin und Filmemacherin in die Landeshauptstadt einzuladen. Er fragte an, sie sagte zu. Um die Lesung anzureichern, wollte Dr. Ziegelasch gern auch den Film zum Buch vorführen – und fand wieder offene Türen. Thomas Otter, Betreiber des Mega Movies, stellt sein Kino für die Veranstaltung zur Verfügung, die am 21. November um 17 Uhr beginnen wird. Moderiert wird das ungewöhnliche Film-Lesungs-Gespräch von Dr. Hans-Jürgen Ziegelasch und der Pinnower Literaturexpertin Liane Römer. Oberbürgermeister Rico Badenschier ist Schirmherr. Der Eintritt ist frei.

Mo Asumang weiß, wie sich Rassismus auf der eigenen Haut anfühlt. Die Fernseh-Moderatorin, Autorin und Filmemacherin hat eine deutsche Mutter und einen ghanaischen Vater und war in der Vergangenheit oft Zielscheibe rassistischer Attacken. „Die nächste Kugel ist für Dich!“, bekam sie schon oft zu hören. Um mit der Angst umzugehen, beschloss sie, den Anfeindungen wegen ihrer Hautfarbe offensiv zu begegnen. Mit der Filmkamera ging sie auf Nazis und Pegida-Leute zu, sprach mit Mitgliedern des Klu Klux Clan und anderen Rassisten. Aus den Mitschnitten entstand die bemerkenswerte Dokumentation „Mo und die Arier“. Mit dem Film kommt sie nun nach Schwerin.

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