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Zeitung für die Landeshauptstadt

26. September 2017 | 16:46 Uhr

Stralendorf : Rasseschau als Werbung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kaninchenzüchter laden nach Stralendorf ein / Chinaseuche dezimiert derzeit den Bestand

svz.de von
erstellt am 20.Jul.2017 | 23:06 Uhr

Für Alfred Kaulfuß aus Sukow ist es Ehrensache, bei der Jungtierschau des Rassekaninschen-Zuchtvereins M 18 dabei zu sein – dieses Jahr allerdings ohne Tiere aus der eigenen Zucht. „Ich habe zwar Nachwuchs in meinen Ställen, aber die Tiere sind noch zu jung“, erzählt der 66-Jährige. Die ersten Würfe bei seinen Blauen und Schwarzen Wienern kamen nicht durch, die jetzigen für die Schau zu spät. „Zum Glück war nicht die Chinaseuche schuld“, fügt der Rentner hinzu. Denn dann wäre sein gesamter Bestand inzwischen tot.

Diese Seuche bereitet den Kaninchenzüchtern gerade große Sorgen. „Wir wollten dennoch nicht auf unseren alljährlichen Höhepunkt verzichten“, betont Horst-Dieter Homuth, Vorsitzender von M  18 Schwerin. Die Schau findet auf dem Gelände des Agrarhofs Stalendorf statt. Immerhin 22 Züchter aus Mecklenburger Vereinen und von den Partnern aus Neustadt in Holstein präsentieren mehr als 100 Tiere – von Farbenzwergen bis zu Deutschen Riesen. „Wir hätten uns mehr Tiere gewünscht“, fügt Homuth hinzu. Doch nicht nur Alfred Kaulfuß hatte Problem mit den ersten Würfen. Und hinzu kommt eben die Chinaseuche. „Zum Glück nicht direkt“, wie Norbert Klähn, Züchter aus Mirow, betont. Doch die Impfung pro Tier von sechs Euro kann sich nicht jeder Züchter leisten. Und im Frühjahr gab es nicht genügend Impfstoff. „Zur Ausstellung dürfen aber nur geimpfte Tiere gebracht werden“, erläutert Homuth. Er freut sich auf eine kleinere, aber dennoch sehenswerte Jungtierschau. Auf junge Besucher wartet übrigens auch ein Streichelgehege. „Damit wollen wir Werbung für unseren Verein machen“, fügt der Vorsitzende hinzu.

Denn die Kaninchenzüchter haben noch ein anderes Nachwuchs-Problem: Der Altersdurchschnitt der M 18-Mitglieder liegt bei Ende 60. Zwar schnuppern auch Kinder und Enkel von Kaninchenzüchtern in dieses Hobby rein. Aber wenn es zur Berufsausbildung geht, ist damit meistens Schluss. „Ich hoffe, dass wir wieder junge Leute für die Kaninchenzucht begeistern können“, sagt Kaulfuß. Der Sukower hat seit mehr als 40 Jahren Freude daran. Zudem fressen die Tiere alles Grün, war rund ums Haus wächst. Und ein Kaninchenbraten schmeckt ihm auch. All das erzählt er am Wochenende den Gästen der Schau in Stralendorf. Kaulfuß hilft heute beim Aufbau, betreut am Wochenende die Stände. Geöffnet ist morgen von 9 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9 bis 14 Uhr.

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