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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 23:32 Uhr

Temposünder : Rasern auf See den Kampf angesagt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Wasserschutzpolizei will in der kommenden Saison noch intensiver die Geschwindigkeit von Sportbooten kontrollieren

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2014 | 20:15 Uhr

„Die Saison auf den Seen der Region ist gelaufen“, sagt der Leiter der Schweriner Wasserschutzpolizeiinspektion, Thomas Holz. Zeit für eine Bilanz. 1805 Sportboote und 1030 Angler haben seine Beamten zwischen Mai und September kontrolliert. Ergebnis: allein 19 Strafanzeigen wegen Fischwilderei, 195 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten – von der unzureichenden Kennzeichnung des Bootes bis zur Geschwindigkeitsübertretung – und 390 verhängte Verwarngelder.

Besondere Sorgen bereiten Inspektionsleiter Holz dabei die Tempo-Sünder. 25 Kilometer in der Stunde sind auf See erlaubt, neun Stundenkilometer im Uferbereich. Doch längst nicht alle Hobby-Kapitäne halten sich an die Regeln. „Insgesamt 104 Geschwindigkeitsverstöße haben wir in dieser Saison registriert“, berichtet Holz. „Diese Zahl ist viel zu hoch.“ Einige Sportboot-Fahrer seien sogar doppelt so schnell unterwegs gewesen wie erlaubt. Für das kommende Jahr kündigt der Inspektionschef noch intensivere Tempo-Kontrollen an, etwa auch von Wasser-Motorrädern. „Wir haben unsere technische Ausstattung für diesen Zweck verbessert“, so der Inspektionsleiter.

17 Sportboot-Unfälle hat es in der abgelaufenen Saison gegeben, es blieb jedoch bei leichten Schäden. Zur Seenotrettung mussten die Beamten der Inspektion, zuständig nicht nur für die Schweriner Seen, sondern auf insgesamt rund 193 000 Hektar Wasser auch für den gesamten Bereich zwischen Boizenburg, Dömitz und Malchow, darunter 170 Kilometer Bundeswasserstraßen, aber nicht ausrücken. Allerdings gab es einen Badetoten und einen weiteren Todesfall an einem Bootssteg zu beklagen. Im Kritzower See zwischen Lübz und Plau verunglückte Ende Juli ein 74-jähriger Schwimmer. Gemeinsam mit der DLRG und der Feuerwehr suchten Beamte der Wasserschutzpolizei nach dem Mann. Ein 65-jähriger Schweriner wurde im September tot im Ziegelaußensee gefunden. Zeugen hatten den Mann unter einem Steg am Sportboothafen an der Güstrower Straße entdeckt.

Spektakulärster Fall der Wasserschutzpolizei in diesem Sommer: Vor Bad Kleinen wurden ein 56-jähriger und ein 28-jähriger Mann aus Niedersachsen erwischt, die im Schweriner See nach Waffen und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg getaucht waren. „Die Männer haben ihre Unterwasser-Funde mit Leinen markiert und dadurch auch den Schiffsverkehr gefährdet“, schildert Holz.

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