Blitzerbilanz : Raser treten auf die Bremse

Auch Rotlichtverstöße werden per Kamera registriert
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Auch Rotlichtverstöße werden per Kamera registriert

Anteil der zu schnellen Autofahrer ist in Schwerin deutlich gesunken

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27. Juli 2015, 21:00 Uhr

Für viele Autofahrer ist es „Abzocke“ oder „Wegelagerei“: die mobile Geschwindigkeitsüberwachung – landläufig als Blitzer bezeichnet. Das Ordnungsamt sieht das natürlich anders. „Die Geschwindigkeitsüberwachung funktioniert in der Stadt“, sagt Ordnungsamtschefin Gabriele Kaufmann. „Die Autofahrer sind disziplinierter geworden.“ Ob das aber nur auf den „Überwachungsdruck“ zurückzuführen ist oder auch an der gestiegenen Verkehrsdichte liegt, gibt die Statistik nicht her.

Als die Stadt das erste Mal eine Statistik zusammenstellte – im Jahr 2009 – waren noch acht bis zehn Prozent der Kraftfahrer zu schnell unterwegs. Heute sind es nur noch drei bis vier Prozent. Aber immerhin sind das noch 24 570 Autofahrer, die im ersten Halbjahr dieses Jahres zu schnell waren.

Die Stadt lässt sich die Verkehrssicherheit einiges kosten. Etwa 140 000 Euro bezahlt die Stadt für das Blitzen im Jahr. Denn sie hat kein eigenes Blitzgerät. „Wir haben eine externe Firma beauftragt“, sagt Kaufmann. Deren Fahrzeug, die Technik und ein Mitarbeiter, der das Blitzgerät bedient, müssen bezahlt werden. Außerdem muss immer ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung vor Ort dabei sein.

Im Ordnungsamt wurde auch schon mal durchgerechnet, ob eventuell ein zweites mobiles Blitzgerät angeschafft werden könnte. „Das haben wir verworfen“, so Gabriele Kaufmann. „Es würde sich wirtschaftlich nicht lohnen.“ Denn: In Schwerin gibt es gar nicht so viele Möglichkeiten, um zwei Blitzer gleichzeitig einsetzen zu können. Denn wenngleich der Vertrag mit der Fremdfirma auch vorsieht, dass in der Woche an sechs Tagen bis zu elf Stunden täglich geblitzt wird, so ist das gar nicht jeden Tag möglich. „Wenn Verkehrsschilder vom Schnee zugeweht sind, können wir nicht blitzen.“

Kommentar des Autors: Raserei ist sinnlos

Immer weniger Autofahrer werden in  Schwerin geblitzt, weil sie zu schnell unterwegs sind. Das ist schlecht für die Stadtkasse, aber gut für die Sicherheit auf den Straßen der Landeshauptstadt. Trotzdem: Mehr als 24 000 Verstöße gegen Geschwindigkeitsregelungen sind auch kein Pappenstiel und immer noch viel zu viele. Und unsinnig ist die Raserei in der Stadt ohnehin. An der nächsten Ampel wird der Eilige ja doch wieder ausgebremst. Denn eine Grüne Welle für Tempo 80 ist noch nirgendwo geschaltet.

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