Ohne Worte : Rasende Radler ängstigen Mutter

Fühlt sich in der Schweriner Innenstadt als Fußgängerin nicht sicher: Yvonne Rödiger. Ihre Tochter Amelie wurde gerade erst von einer Radfahrerin umgefahren.
Fühlt sich in der Schweriner Innenstadt als Fußgängerin nicht sicher: Yvonne Rödiger. Ihre Tochter Amelie wurde gerade erst von einer Radfahrerin umgefahren.

Immer wieder sorgen undisziplinierte Pedalritter für Ärger: Nach dem Unfall ihrer Tochter fordert eine Schwerinerin strengere Kontrollen

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09. Juni 2015, 08:00 Uhr

Eilige Radfahrer in der Fußgängerzone, Pedalritter, die nebeneinander fahren und für Staus sorgen, Radler, die den Gehweg anstelle des Radweges benutzen – immer wieder sorgen Zweiradfahrer, die sich nicht an die Vorschriften halten, in Schwerin für Diskussionen. Es kann aber auch noch schlimmer kommen, wie Yvonne Rödiger berichtet.

Die junge Mutter aus Schwerin steht noch immer unter Schock, kann nicht fassen, was ihrer kleinen Tochter passiert ist. „Amelie wurde von einer Radfahrerin in der Burgstraße böse angefahren“, erzählt sie. Die Fünfjährige erlitt eine große Platzwunde an der Stirn, eine Prellung am Kopf, blaue Flecken an Kinn und Knie, musste im Klinikum behandelt werden. Yvonne Rödiger fordert Konsequenzen, wünscht sich mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr.

Wie kam es zu dem Unfall in der Burgstraße? „Meine Tochter rannte wie fast alle Kinder in dem Alter aus einer Haustür auf den Gehweg“, berichtet Yvonne Rödiger. Zwar seien Radfahrer in der Straße erlaubt, „aber doch nicht rasend zwischen Fußgängern“. „Ich fahre selbst Fahrrad, dennoch würde es mir nie einfallen, zwischen Fußgängern zu fahren“, so die Mutter.

Dass Radfahrer sich nicht an die Regeln hielten und auf Ansprache noch abweisend reagierten, erlebe sie in der Innenstadt immer wieder, schildert Yvonne Rödiger. „Ich arbeite als Tagesmutter und betreue Kinder im Alter zwischen ein und drei Jahren.“ Fast täglich hätten sie und ihre Kollegin mit Radfahrern auf Gehwegen zu tun, die oft zentimeterdicht am Wagen mit den Kindern vorbeifahren würden. „Wie schnell ist eine kleine Hand aus der Karre mal ausgestreckt…“, sagt Yvonne Rödiger. Selbst an Spielplätzen in der Schelfstadt habe sie schon rasende Radfahrer beobachtet. „Kinder können in solchen Fällen nicht reagieren. Sie haben noch nicht die Fähigkeiten gelernt, wie Erwachsene zu handeln“, so die Schwerinerin.

Besonders problematisch sei die Situation in der Mecklenburgstraße, beklagt Yvonne Rödiger. „Hier lassen wir unsere Tageskinder zu keiner Uhrzeit mehr einfach so laufen.“ In der so genannten Fußgängerzone lebten vor allem kleine Fußgänger gefährlich. „Alle Eltern mit Kindern wissen, was ich meine“, so die Mutter. „Es muss sich etwas ändern. Unsere Kinder und auch alle anderen Menschen müssen besser geschützt werden“, mahnt sie. Benötigt würden eindeutige Regeln, betont Yvonne Rödiger. „Radfahrer haben auf einem Gehweg nichts zu suchen, zumindest dürfen sie nicht schneller als Schritttempo fahren.“ Polizei und Ordnungsamt müssten Radler in der Innenstadt stärker kontrollieren, verlangt Yvonne Rödiger. „Der Unfall meiner Tochter hat mich für dieses Thema noch sensibler gemacht“ , sagt sie.

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