zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

24. Oktober 2017 | 02:35 Uhr

Banzkow : Ran an Bügelbrett und Haarschere

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fünftklässler der Regionalen Schule Banzkow schnuppern in Berufe mit hohem Frauenanteil und lernen kleine Haushaltskniffe

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2017 | 23:02 Uhr

Gleiches Recht für alle. Wenn es einen Tag für die Mädchen gibt, dann soll es auch einen Jungen-Tag geben. Beim Boys Day MV haben die Jungen ab Klassenstufe fünf die Möglichkeit, losgelöst von Rollenzuschreibungen verschiedene, eher Frauen zugeschriebene Berufe auszuprobieren. In Banzkow sind die Jungs traditionell im Herbst dran. So tummelten sich am Mittwochvormittag 27 Schüler der Banzkower Regionalen Schule im Störtal.

„Wir haben gemeinsam eine bunte Mischung organisiert, es gibt einige Stationen rund um den Haushalt und einen Betriebsrundgang“, so Schulsozialarbeiterin Christine Brockhof. Sie lobte nicht nur die Schüler und die Stimmung, sondern auch die schnelle Unterstützung durch regionale Firmen, die sich bereit erklärt haben mitzumachen. Auch die Mitglieder des Störtalvereins und einige Lehrer halfen an diesem Jungen-Tag an den insgesamt 15 Stationen mit. Einblicke gab es unter anderem in eine Zahnarztpraxis, Apotheke, den Pflegedienst, die Banzkower Kita. Es standen Wäsche sortieren, Knopf annähen und T-Shirt bügeln auf dem Programm der Fünftklässler.

Am Stand des Friseurteams Keding aus Banzkow probierten sich der zehnjährige Erik und der elfjährige Ben aus. Die Fünftklässler lernten bei Frisörin Roswitha Schumann und der Auszubildenden Ines Bahnemann, wie sich die Lockenwickler ins Haar drehen lassen. „Es war gar nicht so leicht, die Rollen einzudrehen“, sagt Erik. Leichter ging da das Fensterputzen von der Hand. „Das war leicht, weil ich zu Hause auch manchmal dabei helfe“, erzählt der Fünftklässler mit den Lieblingsfächern Sport, Biologie und Geographie. Den Tag für die Jungs findet Erik gut, weil er mal in Bereich reinschaue, die er sonst so nicht kenne. Auch Frisörin Roswitha Schumann bewertet die Idee positiv, den Jungen vermeintlich weibliche Berufe näherzubringen. „Ich bin seit 1982 Frisörin, es ist mein Traumberuf. Männliche Frisöre sind selten. Dabei war es früher eine Männerdomäne und auch wenn man auf Prominente wie Udo Walz schaut, sind es Männer, die erfolgreich in dem Beruf arbeiten“, so Schumann. Die Schüler stellen sich an den Puppen gut an.

Ein paar Meter weiter legt Leon unter Anleitung von Lehrerin Kirsten Ihde ein T-Shirt nach dem Bügeln zusammen. Kumpel Julian schaut dabei zu. Das ist aber aufwendig, lautet ihr Fazit. Und weiter geht es zum Knöpfeannähen am Tisch nebenan.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen