Adventsschau : Rampes Kreative stellen sich vor

Sie hält die Fäden zusammen: Angelika Kliesch  leitet die Kreativwerkstatt, in der 14 behinderte Menschen arbeiten.  Fotos: Heidrun PÄtzold
1 von 5
Sie hält die Fäden zusammen: Angelika Kliesch leitet die Kreativwerkstatt, in der 14 behinderte Menschen arbeiten. Fotos: Heidrun PÄtzold

Beschäftigte der geschützten Werkstätten bieten bis zum 19. Dezember in einer großen Adventsschau allerlei Handgefertigtes an

svz.de von
10. Dezember 2013, 19:45 Uhr

Irre schöne Sachen haben die Beschäftigten der Ramper Werkstätten in den vergangenen Wochen für ihren Adventsmarkt gefertigt. „Das haben uns Besucher schon häufiger gesagt, nachdem sie sich in unserem Kreativbereich umgeschaut haben“, sagt Angelika Kliesch. Sie ist die Gruppenleiterin der Werkstätten. Wer sich hier mal umgesehen hat, versteht, warum dieser Bereich „Schön – irre schön“ so heißt. Mit viel Liebe zum Detail haben die 14 Beschäftigen der Ramper Werkstätten in den zurückliegenden Wochen aus Schafwolle und Leinen Teppiche, Tischläufer, Scheibengardinen, Sitzkissen, Handtücher gefertigt. Haben Frühstücksbretter aus Holz gefertigt, besondere Weihnachts- und Grußkarten aus geschöpftem Papier hergestellt. Kleine Bausteine aus Ton sind entstanden…

Im langen Korridor des Flachbaus auf den Gelände des Diakoniewerkes „Neues Ufer“ sind diese und viele andere Arbeiten seit Montag ausgestellt. In einer Adventsschau, die noch bis 19. Dezember zu sehen ist: montags bis donnerstags von 10 bis 17 Uhr. Die Werkstätten nehmen auch Aufträge von Kunden an, weben zum Beispiel Wolldecken oder Leinenhandtücher mit Muster, sagt Angelika Kliesch. Wer in der Art etwas absprechen möchte, könne auch unter der Telefonnummer 03866-67127 einen Termin vereinbaren. Die Mitarbeiter in den Werkstätten seien in der Vorweihnachtszeit besonders motiviert – und besonders fleißig, meint sie. Gisela Benick zum Beispiel strickt Bienchen. Kleine, verschieden farbige Insekten aus Wolle. Die Flügel freilich sind nicht daraus, sondern aus Vliespapier. „Gisela ist selbst eine fleißige Biene, sie strickt und strickt. Und das mit großer Hingabe“, meint die Gruppenleiterin. 250 Stück haben schon ihre Abnehmer gefunden. Jetzt fertigt Gisela Benick weitere 100 auf Bestellung – für das Umweltministerium. Im benachbarten Raum arbeitet Korinna Hraba am Flachwebstuhl. „Das wird ein neues Handtuch aus Leinen“, erzählt sie uns. Ihre Handgriffe am Webstuhl sehen routiniert aus.

Burkhardt Spiller ist vielseitig. Er kann sowohl den Webstuhl bedienen als auch Holz bearbeiten. Großes Geschick zeigt er ebenso beim Herstellen von Ton-Bausteinen. „Diese kleinen handlichen Steinen sind bei Kindern sehr beliebt“, weiß Angelika Kliesch. Bei den großen Besuchern finden vor allem die Eumels Anklang. Das sind freundliche kleine Männchen, zumeist mit dickem Bauch, aus Sperrholz. Erfinder und Produzent ist Bernhard Braun, der sich dieser Aufgabe mit großer Leidenschaft widmet.

Mit Rundwebrahmen kennt sich hingegen Heike Kliesch bestens aus. In vorgefertigten runden Rahmen gestaltet sie mit der Webnadel vor allem Baummotive aus Wolle. Viele dieser von Hand gefertigten Sachen sind dekorative Elemente. Dazu zählen auch die Ramper Papp-Köpfe aus Pappmasché. Für Angelika Kliesch ist es wichtig, dass jeder Beschäftigte im Kreativbereich seine Aufgabe findet. Dann, so weiß sie, gehen die Frauen und Männer auch mit viel Herzblut an die Sache heran.

Demnächst wird in der Werkstatt auch getöpfert. Die Töpferscheibe ist bereits vorhanden. Damit umzugehen, das werden alle Behinderten aus dem Kreativbereich lernen. Dabei merke man dann schon, so meint Angelika Kliesch, wem das Töpfern liegt und wer sich damit schwer tut. „Da bin ich mitunter überrascht, wozu der eine oder andere in der Lage ist.“ So habe nahezu jeder zu seiner Lieblings-Aufgabe gefunden. Und das sei entscheidend: Freude an dem finden, was man tut.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen