Außergewöhnliches Musikprojekt : Rammsteins Engel singt im Speicher

Heute im Speicher: Sebastian Herzfeld bringt die Lieder auf verschiedenen Instrumenten zum Klingen, Bobo ist in dem außergewöhnlichen Konzert die Stimme dazu.
Heute im Speicher: Sebastian Herzfeld bringt die Lieder auf verschiedenen Instrumenten zum Klingen, Bobo ist in dem außergewöhnlichen Konzert die Stimme dazu.

Bobo und Herzfeld präsentieren in Schwerin ein außergewöhnliches Musikprojekt: klassische Gedichte als Lieder neu vertont und arrangiert

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06. Februar 2014, 22:00 Uhr

Mit ihrem neuen Album „Liederseelen“ wandeln Bobo und Herzfeld weiter auf den Pfaden deutscher Dichtung. Waren es auf dem Vorgängeralbum „Lieder von Liebe und Tod“ vor allem deutsche Volkslieder, mit deren innovativen Arrangements sie traditionelles Liedgut zu Weltmusik machten, verschreiben sich die beiden Musiker nun ganz dem Geist der Romantik. Denn hier finden sie ihre spirituelle Heimat, ein Lebensgefühl, das im Wandel der Zeiten in seinem Wesen doch dasselbe geblieben ist. Und so trägt Bobo die Gedichte von Friedrich Rückert, Conrad Ferdinand Meyer oder Joseph von Eichendorff auf den Flügeln ihres klaren und kraftvollen Gesanges in unsere heutige Zeit. Ihr langjähriger musikalischer Weggefährte Sebastian Herzfeld orchestriert mit ungewöhnlichem Instrumentarium wie Präpariertem Klavier, Harmonium, Bass und Metallinstrumenten einen magischen Soundtrack zu diesen Liederseelen. Denn jedes Lied hat eine Seele. Davon sind die beiden überzeugt. Die Seele wird manchmal wieder geboren.

Bobo wuchs in Sachsen Anhalt als Tochter eines Pfarrers und einer Kirchenmusikerin mit Chorälen und Liedern der Romantik auf, bevor sie als Singer und Songwriter, Bands und ihre eigene Leidenschaft für das Singen entdeckte. Später studierte sie in Weimar Gesang und zog dann nach Berlin, wo sie ihre Band Bobo in White Wooden Houses gründete, die mit ihrem melodiösem Gitarren-Pop bald bekannt wurde.

Zahlreiche Konzerttourneen, weitere Alben und Kollaborationen mit verschiedenen Künstlern gaben ihrer stimmlichen Vielseitigkeit immer wieder neuen Ausdruck, international ist ihre Stimme als Rammsteins „Engel“ bekannt. In den vergangenen Jahren entdeckte sie ihre Liebe für deutsches Liedgut, mit dem sie auf sehr eigene Weise eine Brücke zu ihren musikalischen Ursprüngen schlägt.

Der aus Halle/Saale stammende Sebastian Herzfeld lernte als Kind mehrere Instrumente und spielte schon bald in verschiedenen Jazz-Bands. Später studierte er an der Berliner Musikhochschule Hanns Eisler Bass. Im Zusammenspiel mit Musikern der internationalen Jazz- und Weltmusikszene entwickelte er seine Leidenschaft für fremde Klänge und ungewöhnliche Rhythmen. Im Laufe der Jahre wandte er sich dann immer mehr der Komposition von Theater- und Filmmusik zu. Als jahrelanger musikalischer Leiter des „Neuen Theater“ und als Gast an vielen Theatern Deutschlands, unter anderem des Berliner Ensembles, komponierte er zahlreiche Schauspielmusiken, die von seinem unverwechselbaren Sound auf dem präparierten Klavier, das er oft gleichzeitig zum Harmonium spielt, geprägt sind.

Bobo und Herzfeld verbindet eine jahrelange musikalische Freundschaft, die einst in einer Band in Halle begann und sich viele Jahre später zu dem gemeinsamen Herzensprojekt „Lieder von Liebe und Tod“ entwickelte, bei dem die beiden Künstler ihre musikalischen Wurzeln ausgruben und Volkslieder und Texte der Romantik neu vertonten, wofür sie 2008 den Deutschen Weltmusikpreis bekamen.

Das außergewöhnliche Konzert zweier beeindruckender Vollblut-Musiker beginnt am heutigen Freitag um 20 Uhr im soziokulutrellen Zentrum Der Speicher in der Schweriner Röntgenstraße 22. Karten gibt es im Vorverkauf heute noch in der Tourist-Information am Markt, in der Kongresshalle und an der Abendkasse im Speicher.

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