zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Dezember 2017 | 15:06 Uhr

Unfassbar : Radwegpläne empören Lankower

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadt will in Gadebuscher Straße den Gehweg nicht erneuern – durch Fahrradtrasse würden aber Lieferverkehr und Parken fast unmöglich

von
erstellt am 07.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Gegen einen neuen Radweg hat wohl niemand etwas. Auch die Lankower nicht, wenn die Stadt eine bessere Radverbindung zwischen dem Fliederberg und der Ratzeburger Straße schaffen will. Und wenn sogar noch bis zu 90 Prozent Förderung durch die öffentliche Hand möglich sind, dürfte es eigentlich keine Diskussionen geben. Doch in der Gadebuscher Straße liegt die Sache etwas komplizierter.

Denn der Gehweg soll nicht erneuert werden. Die Stadt will nur zu beiden Seiten der Gadebuscher Straße je einen 2,50 Meter breiten Radweg bauen. Dadurch würden sämtliche Parkplätze wegfallen – auch für die Gewerbetreibenden. Selbst die Ver- und Entsorgung der zumeist Anfang des vergangenen Jahrhunderts gebauten Häuser ändert sich: Die Müllautos sollen beispielsweise künftig auf der Gadebuscher Straße halten, statt auf der Nebenstraße hinter der Böschung wie jetzt.

„Wir sind gern bereit für eine Verbesserung zu zahlen. Niemand diskutiert über die Anliegerbeiträge“, sagt Michael Bremer vom Ortsbeirat Lankow. „Aber für etwas bezahlen zu müssen, was die Situation verschlechtert, das sehen wir nicht ein.“

Denn den eigentlich sinnvollen kombinierten Geh- und Radweg – so wie ihn die Stadt gerade erst am Obotritenring hinter der Eisenbahnbrücke gebaut hat – soll es nicht geben. Das hat einen ganz schnöden Grund: Für den Gehwegneubau gibt es in absehbarer Zeit kein Geld. Aus Eigenmitteln ist der Fußweg für Schwerin nicht bezahlbar. So also nur der neue Radweg, obwohl die Stadt selbst zugibt, dass „der Gehweg in einem sehr schlechten Zustand“ sei. Stadtentwicklung nach Fördermittellage…

„Wir haben keinen Zeitdruck. Es soll noch gar nicht in diesem Jahr gebaut werden“, versucht Baudezernent Bernd Nottebaum zu beruhigen. „Wir werden auf jeden Fall noch Gespräch mit den Lankowern führen“, betont der Vize-OB, der eine einvernehmliche Lösung anstrebt.

Darauf hofft auch Michael Bremer. „Die vernünftigste Lösung wäre ein kombinierter Geh- und Radweg, bei dem daneben noch Platz für Zulieferer, Kunden – beispielsweise von Fleischer Meier, Tierarzt Hauff und Tischlerei Kuhlmann – und Besucher oder Besucher-Autos bleibt.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen